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Gesellschaft

Aus der Dunkelheit ins Licht: Cloppenburger teilt seine Geschichte mit bipolarer Störung

Holger Schäge hat seine persönliche Reise durch die bipolare Störung in einem Buch festgehalten. Der Cloppenburger möchte mit seiner Geschichte anderen Betroffenen Mut zusprechen und Verständnis schaffen.

Martin

von Martin

29.05.2026, 14:00·4 Min. Lesezeit·

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Die bipolare Störung ist eine psychische Erkrankung, die das Leben der Betroffenen fundamental verändern kann. Zwischen Phasen extremer Hochstimmung und tiefster Niedergeschlagenheit pendeln Menschen, die mit dieser Diagnose leben müssen. Für viele bleibt ihre Geschichte im Verborgenen – aus Scham, aus Unverständnis der Umgebung oder aus der Angst vor Stigmatisierung. Holger Schäge aus Cloppenburg hat sich entschieden, dieses Schweigen zu brechen. Der Cloppenburger hat seine ganz persönliche Erfahrung mit der bipolaren Störung aufgeschrieben und damit ein wichtiges Zeichen für die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen gesetzt.

Schäges Entschluss, sein Leben öffentlich zu machen, ist bewusst gewählt. In einem Umfeld, in dem psychische Erkrankungen häufig tabuisiert werden, braucht es Menschen, die den Mut aufbringen, von ihren Erfahrungen zu berichten. Ein solches offenes Bekenntnis kann für andere Betroffene von unschätzbarem Wert sein. Es zeigt ihnen, dass sie nicht allein sind, dass ihre Erfahrungen legitim sind und dass es möglich ist, ein erfülltes Leben trotz oder mit der Erkrankung zu führen. Gleichzeitig leistet Schäge damit einen wichtigen Dienst für die Allgemeinheit: Er trägt dazu bei, dass die bipolare Störung nicht länger als Geheimnis im Dunkeln bleibt, sondern als das erkannt wird, was sie wirklich ist – eine behandelbare medizinische Kondition.

Die bipolare Störung zeichnet sich durch charakteristische Episoden aus. Während manischen oder hypomanischen Phasen erleben Patienten eine extreme Steigerung ihrer Stimmung, gesteigerten Antrieb und oft ein verstärktes Selbstwertgefühl. In diesen Phasen fühlen sich Betroffene manchmal unbesiegbar und treffen Entscheidungen, die sie später bereuen. Dann folgt unweigerlich der Absturz in depressive Episoden, in denen Hoffnungslosigkeit, Lustlosigkeit und das Gefühl völliger Erschöpfung dominieren. Dieser Wechsel kann für Betroffene und ihre Angehörigen extrem belastend sein. Mit seinem Buch macht Holger Schäge diese innere Dynamik nachvollziehbar und gewährt Einblick in die Gefühlswelt eines Menschen, der täglich mit diesen Schwankungen kämpft.

Das Aufschreiben der eigenen Geschichte ist eine therapeutische Übung, die weit über das persönliche Verarbeiten hinausgeht. Durch die Verschriftlichung seiner Erlebnisse schafft Schäge eine Dokumentation, die zeitlos ist. Sein Buch wird Menschen helfen, die gerade diagnostiziert wurden und nicht wissen, was auf sie zukommt. Es wird Angehörigen helfen, die verzweifelt sind und nicht verstehen, warum sich ihr geliebter Mensch so verhält. Und es wird all jenen helfen, die selbst betroffen sind und das Gefühl haben, keiner könne ihre Situation nachvollziehen. Schäge öffnet durch seine Veröffentlichung eine Tür, durch die Licht in einen dunklen Raum fällt.

Im Landkreis Cloppenburg leben Tausende Menschen, die mit psychischen Erkrankungen kämpfen. Viele von ihnen kennen die bipolare Störung aus eigener Erfahrung oder aus dem unmittelbaren familiären Umfeld. Für sie ist es von großer Bedeutung, dass jemand aus ihrer unmittelbaren Nähe, aus ihrer Stadt, die Kraft aufbringt, über dieses Thema zu sprechen. Es schafft eine Art lokale Repräsentation von etwas, das oft als exotisch oder fernab der eigenen Realität wahrgenommen wird. Schäges Arbeit trägt dazu bei, dass die Cloppenburger Gemeinschaft ein wenig aufgeklärter, ein wenig mitfühlender wird.

Die Entscheidung, ein Buch zu schreiben, ist auch ein Akt der Eigenverantwortung. Menschen mit bipolarer Störung kämpfen oft gegen das Vorurteil an, dass sie nicht Herr ihrer Lage seien, dass sie zu kontrollieren, zu unvorhersehbar oder zu gefährlich sind. Durch das bewusste Schaffen eines literarischen Werkes zeigt Schäge, dass er sein Leben in der Hand hat, dass er reflektieren, analysieren und mitteilen kann. Er entzieht sich damit dem Narrativ der Hilflosigkeit und beweist, dass Menschen mit psychiatrischen Diagnosen genauso aktiv gestalterisch tätig sein können wie alle anderen auch.

Die Geschichte des Cloppenburgers ist auch eine Geschichte über die Macht der Hoffnung. Denn nur wer hofft, dass sein Leben einen Unterschied machen kann, dass seine Stimme zählt, wird den Aufwand unternehmen, ein Buch zu schreiben und es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Schäge offenbart durch diese Tat ein inneres Licht, das die dunklen Phasen seiner Erkrankung überleuchtet. Diese Hoffnung, diese innere Kraft ist es, die sein Buch für andere so wertvoll macht.

Es ist zu wünschen, dass Holger Schäges Mut sich verbreitet, dass andere Betroffene im Landkreis Cloppenburg und darüber hinaus ermutigt werden, ebenfalls ihre Geschichten zu teilen. Je mehr solcher persönlichen Berichte es gibt, desto mehr verliert die bipolare Störung ihren beängstigenden Charakter. Sie wird zu dem, was sie wirklich ist: eine Herausforderung, die Menschen meistern können, eine Erfahrung, die verarbeitet und kommuniziert werden kann, ein Teil einer menschlichen Existenz, der Raum in unserer Gesellschaft verdient hat. Holger Schäges Buch ist darin ein bedeutsamer Schritt in die richtige Richtung – hin zu einer Welt, in der psychische Erkrankungen nicht hinter verschlossenen Türen verborgen bleiben, sondern offen und ehrlich diskutiert werden können.

Quelle: https://news.google.com/rss/articles/CBMi0gFBVV95cUxPOU9kd3hTMzMzdkNqQ1lsMUlnSk0zTmdIQlM4N1pOeFYzNGo2SnZNQWVCVUZtMkdybk5xdE00RGZtQV90T2FXblBJN0Y5b3d0WjJIVzVqMDNIRk8tVmI2OC1oQ3RpeVh0UWFFeDBLc0pSZ0VMQ0FpNnp3ZUJBLVJzTjhJalNVRTdTZVZkYzk5UmdGTmtPR3BFdjc0RkFENmlXQkdQeXpnMVhNa2FIT2xLeEtuekwtejB6SkpYeWtfckRDTEJfY0VnUm9Jb3RxVnE5NGc?oc=5&ucbcb=1&hl=de&gl=DE&ceid=DE:de

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