Cloppenburger Express
Wirtschaft

Carré Cloppenburg kämpft mit Leerständen: Wie geht es weiter mit der Shopping-Mall?

Die Einkaufspassage im Carré Cloppenburg weist vermehrt leere Ladenzeilen auf. Der Cloppenburger Express hat sich die Situation vor Ort angesehen und klärt, was dahintersteckt.

von Yvonne

11.10.2019, 07:00·4 Min. Lesezeit·
Carré Cloppenburg kämpft mit Leerständen: Wie geht es weiter mit der Shopping-Mall?

Bildquelle: Redaktion.

Die Einkaufspassage im Carré Cloppenburg zeigt zunehmend Leerstandsprobleme, die Fragen über die zukünftige Viabilität dieser traditionsreichen Shopping-Mall aufwerfen. Was einst als modernes Einzelhandelszentrum ein Anziehungspunkt für Besucher aus dem gesamten Landkreis war, kämpft nun mit einer wachsenden Zahl von Leerstellen. Der Cloppenburger Express hat sich vor Ort umgesehen und mit Verantwortlichen gesprochen, um die Hintergründe dieser Entwicklung zu verstehen.

Die Mall des Carré Cloppenburg befindet sich in einer Phase der Transformation, die typisch für viele Einkaufszentren in Deutschland ist. Der stationäre Einzelhandel steht unter massivem Druck durch den Boom des Online-Handels und veränderte Konsumgewohnheiten. In Cloppenburg zeigt sich dieses bundesweite Phänomen besonders deutlich: Mehrere Geschäfte haben ihre Türen geschlossen, ihre Schaufenster sind verhängt, und Besucher müssen sich manchmal lange Zeit nehmen, um überhaupt offene Läden zu finden.

Die Leerstände verteilen sich dabei nicht gleichmäßig über die gesamte Einkaufspassage. Während einzelne Bereiche noch eine annehmbare Besatzdichte aufweisen, gibt es Abschnitte, in denen die leeren Laden förmlich überwiegen. Dies führt zu einer weniger angenehmen Einkaufserlebnis für Besucher und macht die Mall weniger attraktiv als Treffpunkt und Einkaufsdestination. Auch die Straßenbahn und die Verkehrsanbindung helfen nicht, diese grundlegende Problematik zu lösen.

Verantwortliche des Carré Cloppenburg betonen, dass aktiv an einer Lösung gearbeitet wird. Es gibt Bemühungen, neue Mieter zu akquirieren und leerstehende Flächen sinnvoll zu nutzen. Allerdings gestaltet sich dies in der gegenwärtigen Einzelhandelslandschaft schwierig. Viele traditionelle Einzelhandelsketten sind selbst in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten oder haben ihre Expansionspläne eingestellt. Neue Konzepte, wie etwa Pop-up-Stores oder Erlebnis-Einzelhandel, könnten potenzielle Alternativen darstellen, sind aber noch nicht in größerem Maßstab umgesetzt worden.

Die kommunale Wirtschaftsförderung in Cloppenburg zeigt sich besorgt, aber auch realistisch. Die Stadt hat erkannt, dass reine Einkaufszentren allein nicht ausreichen, um Einzelhandelsflächen langfristig auszulasten. Eine Mischung aus Einzelhandel, Gastronomie, Unterhaltung und vielleicht auch Wohnangeboten könnte Teil der Lösung sein. Allerdings erfordern solche grundlegenden Umstrukturierungen erhebliche Investitionen und eine übergeordnete Strategie.

Auch für die lokalen Einzelhändler ist die Leerstandsproblematik des Carré ein zweischneidiges Schwert. Einerseits fehlt die Frequenz durch andere Läden, andererseits bietet eine Mall mit vielen Besuchern auch Chancen für cross-shopping und Impulskäufe. Der Rückgang macht es schwerer, diese Effekte zu nutzen. Einige Einzelhändler haben daher bereits Filialenschließungen oder Standortwechsel vollzogen.

Die Infrastruktur rund um das Carré ist dabei ein weiterer Aspekt. Moderne Einkaufszentren müssen nicht nur gute Geschäfte haben, sondern auch ausreichend Parkmöglichkeiten, eine ansprechende Atmosphäre und ein Angebot an Gastronomie bieten. Das Carré verfügt zwar über diese Grundausstattung, doch manche Bereiche könnten modernisiert und aufgewertet werden, um wieder mehr Anziehungskraft auszustrahlen.

Das Management des Carré Cloppenburg ist nicht untätig geblieben. Es gibt konkrete Pläne für Renovierungen und Umgestaltungen einzelner Bereiche. Allerdings schreiten diese nur graduell voran, da zeitgleich die finanziellen Herausforderungen gelöst werden müssen, die sich aus den Leerständen selbst ergeben. Dies führt zu einer Art Teufelskreis: Leerstände senken die Attraktivität, niedrige Attraktivität führt zu weniger Interessenten für freie Flächen.

Experten im Einzelhandel sehen die Zukunft stationärer Einkaufszentren nicht grundsätzlich pessimistisch. Allerdings müssen diese sich neu erfinden. Hybride Konzepte, die Einzelhandel, Dienstleistungen, Kultur und Freizeit miteinander verbinden, haben sich als vielversprechend erwiesen. Die Frage ist, ob und wie schnell das Carré Cloppenburg diesen Wandel vollziehen kann.

Für die Cloppenburger Bürgerinnen und Bürger bedeutet die aktuelle Situation eine eingeschränkte Auswahl bei ihren Einkäufen im eigenen Zentrum. Viele weichen inzwischen auf Online-Shopping aus oder fahren zu Einkaufszentren in größeren Städten. Das wiederum verschärft die Situation für die verbliebenen Einzelhändler im Carré zusätzlich. Ein Ausweg aus dieser Abwärtsspirale erfordert eine konzertierte Anstrengung aller beteiligten Akteure: des Betreibers, der Stadt, der Einzelhändler und letztlich auch der Verbraucher.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickelt. Ansätze zur Verbesserung sind erkennbar, doch ihre Wirksamkeit muss sich erst noch zeigen. Das Carré Cloppenburg hat das Potenzial, wieder zu einem attraktiven Einkaufsort zu werden – dazu braucht es aber mutige Entscheidungen und ein klares Zukunftskonzept, das über klassischen Einzelhandel hinausgeht.

Quelle: https://news.google.com/rss/articles/CBMi5wFBVV95cUxNUUxKRXBjNV9WcDQyeXhhTXZ0d0VRN0dYN3NfRUxVNlUzY1pTQUcxdmJJOUJIcFRQbGs4U0Fma2JCUnVsUk9CeHRiN0pjNzJoVDU0ampqZ0lxWURiNG1yRVNrSXZWMlQzOU5sMklNVkRrTkFpYWNodTdCS1VTcGRDQldZT3NWY1ZVT3V3a0NXdG0tZnhnM0pNT3hBbU56SHdKWjE2SF9PTjQwbFcwVHVWQVZNdXJsQnVNNXBLUmxVRnNqXzJoMkRwRXBSRWRaVk5nRUtzcUY5dFEteHRUa0FBRzhxOGlXVlk?oc=5&ucbcb=1&hl=de&gl=DE&ceid=DE:de

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