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Deutsch im Betrieb: Wie Remmers in Löningen Sprachförderung in den Arbeitsalltag integriert

Das Traditionsunternehmen Remmers zeigt in Löningen ein innovatives Modell: Sprachkurse für Mitarbeiter finden zwischen den Schichten statt. Ein Beispiel für gelungene Integration im Landkreis Cloppenburg.

15.03.2026, 07:00·4 Min. Lesezeit·
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Quelle: Shutterstock.

In einer Zeit, in der qualifizierte Fachkräfte aus dem In- und Ausland für Unternehmen unverzichtbar sind, suchen immer mehr Arbeitgeber nach kreativen Lösungen, um ihre Mitarbeiter zu fördern. Die Firma Remmers mit Sitz in Löningen hat sich dabei ein besonderes Modell überlegt: Der international tätige Spezialchemie-Konzern bietet seinen Beschäftigten Deutschkurse an – und das zu einer Zeit, die für alle Seiten praktikabel ist. Die Kurse finden in den Übergangspausen zwischen den Schichtwechseln statt, was zeigt, wie Unternehmen Sprachförderung pragmatisch in den Arbeitsalltag integrieren können.

Das Angebot richtet sich primär an Mitarbeiter mit Migrationshintergrund oder ausländischen Wurzeln, die ihre Deutschkenntnisse verbessern möchten. Für ein international ausgerichtetes Unternehmen wie Remmers, das in über 120 Ländern aktiv ist und weltweit mehrere Tausend Mitarbeiter beschäftigt, ist eine diverse Belegschaft völlig normal. Doch gerade im operativen Betrieb, in der täglichen Kommunikation zwischen Schichtleitung und Arbeitern, ist ein gemeinsames Verständnis der deutschen Sprache essentiell. Die Sprachkurse adressieren genau diese praktische Notwendigkeit.

Die Idee, Schulungsangebote in den Pausen zwischen Schichten anzusetzen, erweist sich als äußerst effizient. Anders als traditionelle Sprachkurse, die entweder vor oder nach der regulären Arbeitszeit stattfinden und Beschäftigte zusätzlich belasten, nutzen die Remmers-Kurse Zeiten, in denen Mitarbeiter ohnehin am Betrieb präsent sind. Die Arbeitnehmer sparen sich Fahrtzeiten und Umorganisationen ihres Privatlebens, während das Unternehmen demonstriert, dass es in ihre Mitarbeiterentwicklung investiert. Dies ist auch ein Signal für Loyalität und Wertschätzung – Faktoren, die im angespannten Arbeitsmarkt zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Die Remmers-Gruppe, gegründet 1874 und damit auf eine über 150-jährige Unternehmenshistorie zurückblickend, hat sich zum Ziel gesetzt, innovativ zu denken – nicht nur bei Produkten und Verfahren, sondern auch bei der Personalentwicklung. Mit Standorten im Landkreis Cloppenburg und deutschlandweit gehört das Unternehmen zu den etablierten Arbeitgebern der Region. Dass man dort erkannt hat, dass Sprachförderung ein Schlüssel zu besserer Integration, höherer Produktivität und reduzierten Missverständnissen ist, zeigt ein modernes Verständnis von Unternehmensverantwortung.

Auch aus volkswirtschaftlicher Perspektive ist ein solches Engagement bemerkenswert. Der Landkreis Cloppenburg, wie viele ländliche Regionen in Niedersachsen, profitiert von Arbeitskräften, die aus anderen Ländern zur Beschäftigung hinzustoßen. Diese Menschen tragen zur Stabilisierung des Fachkräftemangels bei, insbesondere in technischen und handwerklichen Bereichen. Um diese Chancen optimal zu nutzen, braucht es aber Integrationshilfen wie die vorliegenden Sprachkurse. Arbeitgeber, die hier eigeninitiativ werden, leisten damit auch einen Beitrag zur gesellschaftlichen Stabilität und zum Zusammenhalt.

Die konkrete Ausgestaltung der Kurse bei Remmers berücksichtigt die Anforderungen des Alltags im Betrieb. Es geht nicht um hochakademisches Deutsch, sondern um das praktische Verständnis von Anweisungen, Sicherheitsbestimmungen und alltäglicher Kommunikation auf dem Arbeitsplatz. Themenbereiche wie Technisches Vokabular, Sicherheitsrichtlinien und zwischenmenschliche Kommunikation stehen im Fokus. Auf diese Weise wird der Lernstoff unmittelbar relevant für die Arbeit, was die Motivation der Teilnehmenden erhöht und den Transfer in den Arbeitsalltag begünstigt.

Solche betrieblichen Sprachförderungsprogramme sind allerdings nicht überall selbstverständlich. Während größere Konzerne oft systematische HR-Programme haben, müssen kleinere und mittlere Unternehmen kreativ werden. Remmers zeigt hier Vorbildfunktion. Das Modell könnte auch für andere mittelständische Betriebe in der Region interessant sein – insbesondere für Unternehmen in der Industrie, im Handwerk oder in der Logistik, wo Kommunikationsfähigkeit für Sicherheit und Effizienz entscheidend ist.

Über die unmittelbaren Effekte hinaus signalisieren solche Angebote auch eine Unternehmenskultur, die Vielfalt nicht nur akzeptiert, sondern gezielt fördert. Mitarbeiter mit Migrationshintergrund berichten häufig, dass solche Investitionen in ihre Weiterentwicklung ein wichtiger Grund sind, im Unternehmen zu bleiben. In Zeiten von Fluktuation und Fachkräftemangel ist Mitarbeiterbindung ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor. Wer seine Leute beim Deutsch lernen unterstützt, sagt ihnen damit auch: Wir sehen euch als Teil unserer Zukunft.

Im Landkreis Cloppenburg, der mit seinen mittelständisch geprägten Strukturen und seiner exportorientierten Wirtschaft viele international tätige Unternehmen beherbergt, sind solche Initiativen wertvoll. Sie tragen dazu bei, dass Integration in der Arbeitswelt gelingt – und zwar nicht durch große Inszenierung, sondern durch pragmatische, alltagstaugliche Lösungen. Wer zwischen Schichtwechsel ein wenig Deutsch lernen kann, profitiert auch von besseren Chancen auf dem Arbeitsmarkt, von höherer Anerkennung und letztlich von besserer Lebensqualität. Und das Unternehmen profitiert von motivierteren, besser integrierten und verlässlicheren Mitarbeitern.

Das Remmers-Modell verdient Aufmerksamkeit – nicht nur als Best Practice für andere Unternehmen, sondern auch als Beispiel dafür, wie lokale Wirtschaft konkrete Beiträge zu gelungener Integration leisten kann. In einer Region wie dem Landkreis Cloppenburg, die auf Fachkräfte angewiesen ist, könnten solche Initiativen Schule machen und zum Vorteil aller werden.

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