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Digitale Innovation in der Pflege: ViVerA-Projekt bringt Studierende und Ehrenamtliche zusammen

Ein innovatives Projekt in Cloppenburg zeigt, wie digitale Technologien die Altenpflege verändern können. Studierende und Ehrenamtliche arbeiten gemeinsam an zukunftsweisenden Lösungen.

28.04.2026, 13:21·4 Min. Lesezeit·

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Die Altenpflege steht vor großen Herausforderungen. Der demografische Wandel, Personalknappheit und der wachsende Bedarf nach qualitätsgerechter Betreuung erfordern innovative Ansätze. In Cloppenburg hat sich ein besonderes Projekt dieser Aufgabe angenommen: "ViVerA" – ein ambitioniertes Programm, das Studierende und Ehrenamtliche zusammenbringt, um die Pflege älterer Menschen zukunftsorientiert zu gestalten.

Das Projekt verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz. Nicht nur technische Neuerungen stehen im Fokus, sondern auch die Frage, wie digitale Lösungen sinnvoll in den Pflegealltag integriert werden können. Die Initiatorinnen und Initiatoren von ViVerA setzen auf die Verbindung von akademischem Wissen mit praktischer Erfahrung aus dem Ehrenamt. Diese Kombination soll dazu beitragen, dass neu entwickelte digitale Tools nicht nur theoretisch funktionieren, sondern auch tatsächlich von Pflegekräften und älteren Menschen angenommen und genutzt werden.

Die Studierenden bringen frische Perspektiven und technologisches Know-how mit. Sie befassen sich intensiv mit der Frage, welche Digitalisierungsprozesse in der Altenpflege sinnvoll sind und welche Barrieren es bei der Umsetzung gibt. Dabei arbeiten sie eng mit Ehrenamtlichen zusammen, die langjährige Erfahrung in der unmittelbaren Betreuung älterer Menschen haben. Diese praktische Perspektive ist wertvoll, denn sie zeigt auf, wo digitale Lösungen tatsächlich Entlastung bringen und wo sie möglicherweise an ihre Grenzen stoßen.

Cloppenburg, die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises in Niedersachsen, ist für dieses Projekt ein geeigneter Standort. Die Region hat eine lange Tradition in der sozialen und pflegerischen Arbeit. Zugleich macht die Bevölkerungsstruktur des Landkreises Cloppenburg das Thema besonders dringend: Wie viele ländliche Regionen in Deutschland, erleben auch wir hier einen starken demografischen Wandel. Die Zahl älterer Menschen wächst, während gleichzeitig junge Menschen in die Ballungszentren abwandern. Diese Entwicklung verschärft den ohnehin angespannten Fachkräftemangel in der Pflege zusätzlich.

Digitale Lösungen könnten hier einen wichtigen Beitrag leisten. Automatisierte Systeme für Verwaltungsaufgaben, digitale Dokumentation oder auch innovative Kommunikationsmittel zwischen Pflegekräften und Angehörigen könnten dazu beitragen, dass die verfügbaren Ressourcen effizienter genutzt werden. Gleichzeitig könnten solche Technologien auch die Lebensqualität älterer Menschen verbessern – etwa durch Telemedizin, digitale Unterhaltungsangebote oder Systeme zur Sturzprävention.

Das Besondere am ViVerA-Projekt ist sein partizipativer Ansatz. Es geht nicht darum, dass Experten von außen kommen und den Pflegeeinrichtungen vorgeben, welche digitalen Tools sie nutzen sollen. Stattdessen werden die Beteiligten selbst – Studierende wie Ehrenamtliche – zu Gestaltern dieses Wandels. Sie identifizieren Probleme, brainstormen Lösungen und testen diese in der Praxis. Das erhöht die Chancen erheblich, dass die entwickelten Ideen auch tatsächlich umgesetzt werden und nachhaltige Veränderungen bewirken.

Für die Studierenden bietet ViVerA darüber hinaus eine wertvolle praktische Lernmöglichkeit. Sie erhalten Einblicke in ein wichtiges Berufsfeld, können ihre Fähigkeiten in realweltlichen Kontexten anwenden und lernen gleichzeitig, wie wichtig Austausch und Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Technologien sind. Manche werden durch diese Erfahrung möglicherweise entschließen, ihre Karriere in der digitalen Transformation des Gesundheits- und Pflegesektors zu verfolgen – ein Bereich, in dem Fachkräfte dringend gebraucht werden.

Für die Ehrenamtlichen wiederum könnte ViVerA neue Perspektiven eröffnen. Sie erhalten Gelegenheit, sich weiter zu entwickeln, Digitalisierungskompetenzen aufzubauen und gleichzeitig ihre Erfahrungen in einen wichtigen Gestaltungsprozess einzubringen. Das kann ihre Arbeit im Ehrenamt bereichern und ihnen das Gefühl geben, wirklich einen Unterschied zu machen.

Das Projekt in Cloppenburg ist dabei kein isoliertes Experiment. Es ist Teil einer wachsenden Bewegung, die erkannt hat, dass die Digitalisierung des Gesundheitswesens nicht von oben herab geschehen kann, sondern die aktive Beteiligung aller Stakeholder braucht – der Pflegekräfte, der älteren Menschen selbst, der Angehörigen und der technologischen Innovatoren. Länder wie Dänemark und die Niederlande haben gezeigt, dass solche Ansätze funktionieren und zu echter Verbesserung der Pflegesituation führen können.

Bleibt die Frage, wie es mit ViVerA weitergeht. Werden die entwickelten Lösungen in den Einrichtungen des Landkreises Cloppenburg etabliert? Können sie möglicherweise auch auf andere Regionen übertragen werden? Und werden die beteiligten Studierenden die Erfahrungen mitnehmen und als Multiplikatoren für digitale Innovation in der Pflege wirken? Diese Fragen werden in den kommenden Monaten und Jahren beantwortet werden. Eines ist aber schon jetzt klar: Mit ViVerA hat sich Cloppenburg auf den Weg gemacht, die Zukunft der Altenpflege aktiv mitzugestalten – und das mit einem Ansatz, der Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Quelle: https://news.google.com/rss/articles/CBMi6AFBVV95cUxOdUdhUGRGdHVOS3ZNQ2NNeC1iODVwemc1TWZXUXJHY0dORGIwM0hWRnctNW8taWNER1BYOFlHZTE3MnktXzJjRmhBNVFxeTNoWG96VjV3VGFWMjA2VmJuRmIyWlR2QXZTbC1KN1EwUTI4dzA2eFplQ0ZmaVZFajUyTEo2VWZjcHBxblhSdkFmcFVFamNBalRRNXZ5aEZvSHJLZW4xeFdFaTFndGRLYnd4X0ZiMVVHam1Kb0pmQTFuNVJSSjhFVmdyTmQyaEZZUXd1bGVtNUJlLUQ2T3g5eG9ESEdfLUZCdFMt?oc=5&ucbcb=1&hl=de&gl=DE&ceid=DE:de

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