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Eisglätte legt den Schulbetrieb im Landkreis Cloppenburg lahm – Unterricht am Montag komplett abgesagt
Extreme Eisglätte zwingt den Landkreis Cloppenburg zum Handeln: Am Montag fällt der Unterricht an sämtlichen Schulen im Kreisgebiet aus. Tausende Familien müssen sich kurzfristig auf die Situation einstellen.
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Extreme Glätte auf den Straßen im Landkreis Cloppenburg hat am Wochenende zu einer weitreichenden Entscheidung geführt: Der Schulunterricht fällt am Montag im gesamten Kreisgebiet aus. Die zuständigen Behörden reagierten damit auf die gefährlichen Witterungsverhältnisse, die eine sichere Beförderung der Schülerinnen und Schüler unmöglich machen. Eltern, Lehrkräfte und Schulträger stehen vor der Herausforderung, kurzfristig auf die Situation zu reagieren.
Die Entscheidung, den Schulbetrieb für einen kompletten Tag auszusetzen, ist im Landkreis Cloppenburg keine alltägliche Maßnahme. Sie wird nur dann getroffen, wenn die Wetterlage derart kritisch ist, dass die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen auf dem Schulweg nicht mehr gewährleistet werden kann. Genau diese Situation ist nach Einschätzung der Verantwortlichen am kommenden Montag gegeben. Überfrierender Regen, Eisregen und Temperaturen um den Gefrierpunkt haben in den vergangenen Stunden zu extrem glatten Fahrbahnen, Gehwegen und Radwegen im gesamten Kreisgebiet geführt.
Für Tausende Familien im Landkreis Cloppenburg bedeutet die Absage des Unterrichts zunächst einmal organisatorischen Aufwand. Berufstätige Eltern müssen kurzfristig eine Betreuung für ihre Kinder sicherstellen, sofern sie nicht selbst zu Hause bleiben können. Besonders betroffen sind Familien mit Grundschulkindern, die nicht allein zu Hause gelassen werden können. Viele Schulen haben jedoch in der Vergangenheit für solche Fälle Notbetreuungskonzepte entwickelt, die bei Bedarf aktiviert werden können. Eltern wird geraten, sich bei ihrer jeweiligen Schule zu erkundigen, ob eine solche Notbetreuung angeboten wird.
Der Landkreis Cloppenburg mit seinen rund 180.000 Einwohnern verfügt über ein weitläufiges Netz an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen. Von Grundschulen in kleinen Ortschaften wie Lastrup, Lindern oder Molbergen bis hin zu den weiterführenden Schulen in den größeren Gemeinden Cloppenburg, Löningen und Friesoythe – sie alle sind von der Absage betroffen. Der Schülerverkehr, der über ein umfangreiches Busnetz abgewickelt wird, wäre bei derartiger Glätte mit erheblichen Risiken verbunden. Gerade die ländlichen Nebenstraßen und Gemeindeverbindungswege, die viele Schülerinnen und Schüler täglich nutzen, sind bei Eisglätte besonders gefährlich.
Die rechtliche Grundlage für einen solchen witterungsbedingten Schulausfall ist im niedersächsischen Schulrecht klar geregelt. Die Entscheidung liegt bei den jeweiligen Landkreisen und kreisfreien Städten als Schulträgern beziehungsweise bei den zuständigen Dezernenten. Bereits in den frühen Morgenstunden oder am Vorabend wird die Lage bewertet, häufig in enger Abstimmung mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD), den Straßenmeistereien und den Busunternehmen, die den Schülerverkehr abwickeln. Ziel ist es, die Entscheidung so früh wie möglich zu kommunizieren, damit sich Familien darauf einstellen können.
Der Deutsche Wetterdienst hatte bereits im Vorfeld Warnungen vor erheblicher Glättegefahr für den Nordwesten Niedersachsens herausgegeben. In der Region Weser-Ems, zu der auch der Landkreis Cloppenburg gehört, wurden Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt in Kombination mit Niederschlägen prognostiziert – eine Wetterlage, die besonders tückisch ist, weil sich auf den Straßen innerhalb kürzester Zeit eine gefährliche Eisschicht bilden kann. Selbst Winterdienste stoßen bei solchen Bedingungen an ihre Grenzen, da die Abstumpfung der Straßen durch Streusalz bei anhaltendem gefrierendem Regen nur vorübergehend wirkt.
Nicht nur der Schulbetrieb ist von der extremen Glätte betroffen. Auch Pendler, Rettungsdienste und der öffentliche Nahverkehr müssen sich auf erhebliche Beeinträchtigungen einstellen. Die Polizei im Landkreis Cloppenburg appelliert traditionell bei solchen Wetterlagen an alle Verkehrsteilnehmer, Fahrten auf das absolut Notwendige zu beschränken und die Geschwindigkeit deutlich zu reduzieren. Erfahrungsgemäß steigt die Zahl der Verkehrsunfälle bei Eisglätte sprunghaft an – selbst bei vorsichtiger Fahrweise können Fahrzeuge auf spiegelglatten Fahrbahnen ins Rutschen geraten.
Für Lehrkräfte bedeutet der Unterrichtsausfall nicht zwangsläufig einen freien Tag. An vielen Schulen wird erwartet, dass Lehrerinnen und Lehrer – sofern sie den Schulort sicher erreichen können – dennoch an ihrem Arbeitsplatz erscheinen. Alternativ nutzen viele Schulen mittlerweile die Möglichkeit, über digitale Lernplattformen Aufgaben bereitzustellen oder den Unterricht in abgewandelter Form online fortzuführen. Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie haben hier vielerorts zu einer besseren digitalen Infrastruktur geführt, die auch bei witterungsbedingten Schulausfällen zum Einsatz kommen kann.
Witterungsbedingte Schulausfälle sind in Niedersachsen zwar nicht alltäglich, kommen aber in den Wintermonaten immer wieder vor. Besonders in den ländlich geprägten Landkreisen wie Cloppenburg, wo viele Schülerinnen und Schüler auf den Busverkehr angewiesen sind und lange Schulwege zurücklegen müssen, wird die Sicherheit bei extremen Wetterbedingungen besonders ernst genommen. In der Vergangenheit gab es wiederholt Situationen, in denen die Entscheidung für oder gegen einen Schulausfall kontrovers diskutiert wurde – etwa wenn sich die Wetterlage im Laufe des Vormittags überraschend besserte oder verschlechterte. Die Verantwortlichen stehen dabei stets vor einem Dilemma: Eine zu frühe Absage kann sich als unnötig erweisen, ein zu langes Zögern kann die Sicherheit gefährden.
Eltern im Landkreis Cloppenburg sollten sich am Montagmorgen über die offiziellen Kanäle des Landkreises, die Webseiten der jeweiligen Schulen sowie über lokale Medien über die aktuelle Lage informieren. Auch die Verkehrsmeldungen des Radiosenders NDR 1 Niedersachsen und die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes bieten verlässliche Informationen zur Straßenlage. Sollte sich die Wetterlage im Laufe des Montags entspannen, ist damit zu rechnen, dass der Unterricht am Dienstag wieder regulär stattfindet. Die Schulen werden voraussichtlich zeitnah darüber informieren, ob versäumter Unterrichtsstoff nachgeholt werden muss und in welcher Form dies geschehen soll.
Die aktuelle Situation zeigt einmal mehr, wie abhängig der Alltag in einer ländlichen Region wie dem Oldenburger Münsterland von den Witterungsbedingungen ist. Während in städtischen Ballungsräumen die Infrastruktur häufig schneller geräumt und gestreut werden kann, stellt das weitverzweigte Straßennetz im Landkreis Cloppenburg den Winterdienst vor besondere Herausforderungen. Die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler hat dabei zu Recht höchste Priorität – auch wenn ein Unterrichtsausfall für viele Familien mit organisatorischen Schwierigkeiten verbunden ist.
