Fachkräfte gewinnen in der Krise: Sankt-Pius-Stift setzt auf innovative Recruiting-Strategien
Das Sankt-Pius-Stift in Cloppenburg kämpft wie viele Pflegeeinrichtungen gegen Personalmangel. Mit kreativen Ansätzen versucht die Einrichtung, qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen und langfristig zu binden.
von Peter
Foto aus der Region gesucht!
Hast du ein eigenes Foto zu diesem Thema? Melde dich an und reiche es ein.
Die Pflegebranche in Deutschland befindet sich in einer beispiellosen Krise. Fachkräftemangel, hohe Belastung und mangelnde Wertschätzung sind Schlagwörter, die die Debatte dominieren. Auch das Sankt-Pius-Stift in Cloppenburg bleibt von dieser Entwicklung nicht verschont. Wie viele Pflegeeinrichtungen in der Region und bundesweit kämpft das Stift gegen sinkende Bewerberzahlen und den Abgang erfahrener Mitarbeiter. Doch statt sich dem Trend zu ergeben, hat die Einrichtung es sich zur Aufgabe gemacht, neue Wege bei der Personalgewinnung zu gehen und damit die Zukunftsfähigkeit des Hauses zu sichern.
Die Strategien des Sankt-Pius-Stifts zeigen, dass es möglich ist, auch unter schwierigen Bedingungen qualifizierte Menschen für die Pflegearbeit zu gewinnen. Das Haus setzt dabei auf mehrere Säulen: Einerseits werden verstärkt Ausbildungsplätze geschaffen und junge Menschen bereits früh an das Unternehmen gebunden. Andererseits arbeitet das Stift aktiv an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen, um bestehende Mitarbeiter zu halten. Diese doppelte Strategie aus Gewinnung und Bindung ist essentiell, um langfristig einen stabilen Personalbestand zu sichern.
Ein wesentlicher Aspekt der Arbeitskräfterekrutierung liegt in der gezielten Ansprache von Schulabgängern und Quereinsteigern. Das Sankt-Pius-Stift präsentiert sich aktiv auf Ausbildungsmessen und in Schulen, um das Berufsfeld Pflege attraktiver zu gestalten. Dabei geht es nicht nur darum, leere Stellen zu besetzen, sondern jungen Menschen die Möglichkeit zu eröffnen, einen sinnvollen Beruf zu ergreifen, der gesellschaftlich unverzichtbar ist. Durch intensive Nachwuchsarbeit entstehen Fachkräfte von morgen, die mit den Werten und Arbeitsweisen des Hauses bereits vertraut sind.
Darüber hinaus erkannt das Stift die Bedeutung von Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Flexible Schichtmodelle, die Möglichkeit von Teilzeitarbeit und familienfreundliche Regelungen sind attraktive Faktoren, die bei der Gewinnung von Fachkräften eine immer größere Rolle spielen. Insbesondere Frauen, die den Großteil des Pflegepersonals stellen, profitieren von solchen Regelungen. Das Sankt-Pius-Stift hat erkannt, dass in einer Zeit von beruflicher Mobilität und hohem Druck die Vereinbarkeit dieser beiden Lebensbereiche ein entscheidender Wettbewerbsvorteil ist.
Auch die Weiterbildung und Karriereperspektiven sind zentrale Aspekte der Personalstrategie. Mitarbeiter, die die Möglichkeit haben, sich weiterzuentwickeln und aufzusteigen, zeigen eine höhere Bindungskraft zum Arbeitgeber. Das Sankt-Pius-Stift investiert daher in Fortbildungen und Spezialisierungen, um seinen Mitarbeitern berufliche Perspektiven zu bieten. Diese Investitionen in die Mitarbeiter zahlen sich aus: Sie führen zu besserer Qualität in der Pflege und zu geringerer Fluktuation.
Die Bezahlung ist freilich ebenfalls ein kritischer Faktor. Während die Pflegebranche lange Zeit mit niedrigen Löhnen und schlechter Bezahlung kämpfte, hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Tarifverträge und gestiegene Mindestlöhne haben dazu beigetragen, dass der Beruf wieder attraktiver wird. Das Sankt-Pius-Stift als kirchliche Einrichtung orientiert sich dabei an Branchenstandards und fairen Vergütungen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Denn eines ist klar: Gute Pflegefachkräfte haben auf dem Arbeitsmarkt viele Optionen.
Aber auch die Arbeitsatmosphäre und Unternehmenskultur spielen eine wesentliche Rolle. Ein Arbeitsumfeld, in dem Mitarbeiter wertgeschätzt werden, in dem ihre Leistung anerkannt wird und in dem teamorientiertes Arbeiten großgeschrieben wird, hat eine enorme Anziehungskraft. Das Sankt-Pius-Stift bemüht sich, genau solch eine Kultur zu schaffen. Das beginnt bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter und setzt sich fort durch regelmäßige Gespräche und Feedbackrunden.
Integration von ausländischen Fachkräften ist ein weiterer Aspekt, auf den das Stift setzt. Angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland und dem massiven Fachkräftemangel ist die Rekrutierung von qualifizierten Pflegekräften aus dem Ausland längst keine Zukunftsvision mehr, sondern notwendige Gegenwart. Das Sankt-Pius-Stift arbeitet dabei mit Agenturen zusammen und bietet Unterstützung bei Spracherwerb und kultureller Integration. Dies ist ein aufwendiger, aber notwendiger Weg, um die Versorgung aufrechtzuerhalten.
Die Zukunft der Pflege im Sankt-Pius-Stift wird auch maßgeblich durch digitale Innovation geprägt sein. Moderne Verwaltungssysteme und technische Unterstützung bei Routineaufgaben können Fachkräfte von Verwaltungsarbeit entlasten und ihnen mehr Zeit für die eigentliche Pflege geben. Dies erhöht nicht nur die Qualität für die betreuten Personen, sondern macht den Beruf auch attraktiver, da weniger Zeit mit Papierkram und mehr mit direkter Patientenversorgung verbracht wird.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Sankt-Pius-Stift mit seinem Ansatz zur Arbeitskräfterekrutierung auf dem richtigen Weg ist. Die Kombination aus Nachwuchsförderung, attraktiven Arbeitsbedingungen, fairer Bezahlung, anerkennungsvoller Unternehmenskultur und offenheit für internationale Fachkräfte macht die Einrichtung zu einem attraktiven Arbeitgeber in der Region Cloppenburg. In einer Zeit, in der der Pflegeruf vielen zu unattraktiv wird, zeigt das Stift, dass es möglich ist, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten – vorausgesetzt, man ist bereit, in diese Menschen zu investieren.
Verwandte Artikel
Wirtschaft
Vertriebsoffensiven in Cloppenburg: Fachkräfte gesucht für den Landkreis
Wirtschaft
Lkw-Fahrer gesucht: Cloppenburger Arbeitsmarkt boomt in der Logistikbranche
Wirtschaft
Karriere auf vier Rädern: Cloppenburger Arbeitsmarkt sucht verstärkt nach Lkw-Fahrern
Wirtschaft
