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Fachkräfte mit Mission: Cloppenburger Absolventen wollen für ihren Beruf begeistern

Neue Landwirte und Hauswirtschafterinnen aus dem Landkreis Cloppenburg absolvieren erfolgreich ihre Ausbildung. Sie sollen künftig als Botschafter für ihre Berufe fungieren und mehr junge Menschen für diese zukunftsträchtigen Tätigkeiten gewinnen.

25.09.2022, 07:00·4 Min. Lesezeit·
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Quelle: Shutterstock.

Die erfolgreiche Beendigung einer Ausbildung ist immer ein Grund zum Feiern – doch für die jungen Frauen und Männer, die in diesen Tagen ihre Prüfungen als Landwirtinnen und Landwirte oder Hauswirtschafterinnen und Hauswirtschafter ablegen, geht damit nicht nur persönlich ein wichtiger Lebensabschnitt zu Ende. Sie bekommen mit dem bestandenen Examen auch eine besondere Aufgabe übertragen: Sie sollen zu Botschaftern ihrer Berufe werden und andere junge Menschen für Karrieren in der Landwirtschaft und Hauswirtschaft gewinnen.

Das ist ein bewusster und wichtiger Schritt, denn die Branche steht vor erheblichen Herausforderungen bei der Nachwuchsgewinnung. Der Landkreis Cloppenburg, der sich mit seiner traditionsreichen Agrarwirtschaft als eines der wirtschaftlichen Zentren Niedersachsens versteht, ist dabei auf engagierte Fachkräfte angewiesen. Die neu zertifizierten Absolventen sollen daher nicht nur ihre beruflichen Fähigkeiten unter Beweis stellen, sondern auch demonstrieren, dass diese Berufe attraktiv, modern und zukunftssicher sind.

Für viele junge Menschen im ländlichen Raum sind die Berufe des Landwirts oder der Hauswirtschafterin traditionelle Optionen, die sie von Kindesbeinen an kennen. Doch in einer Zeit, in der städtische Karrieren und digitale Berufe attraktiver erscheinen, geraten diese grundlegenden Tätigkeiten zunehmend aus dem Blickfeld potenzieller Auszubildender. Dabei bieten gerade diese Ausbildungsberufe enorme Vorteile: Sie vermitteln praktische Kompetenzen, garantieren sichere Arbeitsplätze und eröffnen zahlreiche Spezialisierungsmöglichkeiten – von ökologischer Landwirtschaft über Tierschutz bis hin zu modernem Betriebsmanagement.

Die neuen Fachkräfte aus Cloppenburg sind Absolventen eines rigoros strukturierten Ausbildungssystems, das über Jahre hinweg bewährte Standards aufrechterhält. Sie haben ihre Kenntnisse und Fertigkeiten in Schulen wie der Berufsschule des Landkreises sowie in anerkannten Ausbildungsbetrieben praktiziert und verfestigt. Ihre bestandenen Prüfungen attestieren ihnen nicht nur technische Sicherheit, sondern auch die persönliche Zuverlässigkeit, die in der Landwirtschaft und Hauswirtschaft essentiell ist.

Die Idee, diese jungen Fachleute zu Botschaftern für ihre Berufe zu machen, folgt einem erkannten Trend in der Berufsbildung: Authentische Testimonials von Gleichaltrigen wirken deutlich überzeugender als jede institutionelle Werbung. Wenn ein 19-jähriger Landwirt aus einem Nachbardorf in der Schule über seinen Beruf spricht, seine Begeisterung für die Arbeit mit Pflanzen und Tieren zeigt und von den modernen Technologien erzählt, die heute auf Höfen zum Einsatz kommen, erreicht er Menschen, die auf traditionelle Informationskampagnen nicht reagieren würden.

Auch die Hauswirtschaft profitiert von dieser Strategie erheblich. Der Beruf der Hauswirtschafterin ist oft mit veralteten Vorstellungen behaftet, obgleich die moderne Hauswirtschaft hochprofessionell ist, spezialisierte Fachkenntnisse erfordert und in vielfältigen Settings tätig ist – von Großküchenmanagement in Kantinen und Heimen über Beratung in sozialen Einrichtungen bis hin zur Betriebsführung auf landwirtschaftlichen Höfen. Junge Frauen (und zunehmend auch Männer), die sich in diesem Beruf ausbilden lassen, verdienen es, dass ihre Kompetenz und ihre Karrierechancen sichtbar werden.

Der Landkreis Cloppenburg hat mit seiner landwirtschaftlichen Struktur besondere Potenziale: Hier gibt es noch eine starke regionale Identität mit der Agrarwirtschaft, etablierte Netzwerke zwischen Schulen und Betrieben sowie eine Infrastruktur, die Ausbildung vor Ort ermöglicht. Diese Voraussetzungen sollten gezielt genutzt werden, um den Nachwuchs nicht nur auszubilden, sondern auch emotional an die Region und an die gewählten Berufe zu binden.

Es liegt nun an den neuen Absolventinnen und Absolventen selbst, diese Botschafterrolle mit Leben zu erfüllen. Das bedeutet konkret: Bei Berufsorientierungsmessen präsent sein, in Schulen ihre Erfahrungen berichten, auf den Höfen und in den Betrieben andere Auszubildende anleiten und unterstützen, und vor allem: Die Zufriedenheit mit der Berufswahl ausstrahlen. Denn diese Authentizität lässt sich nicht inszenieren – sie muss erlebt werden.

Um diese Bemühungen zu unterstützen, sollten Verbände, Kammern und Betriebe die neuen Fachkräfte aktiv bei ihrer Außendarstellung begleiten. Fortbildungen zu Kommunikation, Unterstützung bei der Erstellung von Social-Media-Inhalten oder auch finanzielle Anreize für Engagements in der Nachwuchsgewinnung könnten hier Wirkung zeigen. Die Investition in die Motivation dieser jungen Menschen zahlt sich für die gesamte Branche aus.

Letztendlich geht es um mehr als nur um Fachkräftegewinnung. Es geht um die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums insgesamt. Eine lebendig Agrarregion wie Cloppenburg braucht nachfolgende Generationen, die nicht nur wissen, wie man einen Hof bewirtschaftet oder eine Großküche leitet, sondern die auch stolz auf ihre Tätigkeit sind und dies vermitteln können. Die neuen Absolventen dieser Jahrgänge haben die Chance, diesen Stolz nach außen zu tragen und damit selbst zum Erfolgsfaktor für die Zukunft ihrer Region zu werden.

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