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Gefährliche Welpen aus fragwürdigen Quellen: Veterinäramt warnt vor explosivem Anstieg illegaler Hundezüchtungen

Das Veterinäramt des Landkreises Cloppenburg schlägt Alarm: Illegale Welpenhändler bringen gefährliche Krankheiten in die Region. Tierbesitzer sollten beim Kauf äußerst vorsichtig sein.

06.08.2025, 07:00·4 Min. Lesezeit·
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Quelle: Shutterstock.

Der Boom beim Hundekauf während der Corona-Pandemie hat auch Kriminelle auf den Plan gerufen. Das Veterinäramt des Landkreises Cloppenburg warnt nun eindringlich vor illegalen Welpenhandel und den damit verbundenen Gesundheitsrisiken. Dubiose Verkäufer nutzen die hohe Nachfrage skrupellos aus – mit teilweise verheerenden Folgen für die betroffenen Tiere und ihre neuen Besitzer.

Die Problematik hat in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen. Experten berichten von einer regelrechten Flut an illegalen Welpentransporten aus Osteuropa, die über Internet-Plattformen und fragwürdige Vermittler in deutsche Haushalte gelangen. Viele dieser Welpen sind bereits bei der Übergabe infiziert – mit Krankheitserregern, die ernsthafte Gesundheitsschäden verursachen können. Das Veterinäramt dokumentiert kontinuierlich neue Fälle von unhygienisch gezüchteten und unzureichend geimpften Tieren, die nach dem Kauf teuer behandelt werden müssen.

Eine besondere Gefahr stellt eine schwere Infektionskrankheit dar, die durch den illegalen Welpenhandel verbreitet wird. Diese Krankheit verursacht bei jungen Hunden oft lebensbedrohliche Symptome. Betroffene Tiere zeigen plötzlich starke Durchfallerkrankungen, Erbrechen und allgemeines Krankheitsgefühl. In vielen Fällen müssen Neubesitzer ihre gerade erworbenen Welpen wenige Tage nach dem Kauf in tierärztliche Behandlung geben – nicht selten mit tragischem Ausgang. Die Kosten für die Behandlung dieser Fälle gehen in die Tausende von Euro, während Hundezüchter im illegalen Sektor ihre Tiere deutlich unter Marktpreis verkaufen.

Das Veterinäramt hat eine Reihe von Warn- und Erkennungszeichen zusammengestellt, die potenzielle Käufer vor unseriösen Verkäufern schützen sollen. Zunächst sollten Interessenten skeptisch werden, wenn der Verkauf ausschließlich über das Internet und ohne persönlichen Kontakt erfolgt. Ein echtes Warnzeichen ist auch, wenn der Züchter nicht bereit ist, die Elterntiere zu zeigen oder keine aussagekräftigen Informationen über deren Herkunft und Gesundheitsstatus liefern kann. Weitere Alarmzeichen sind extrem niedrige Preise, die deutlich unter dem ortsüblichen Marktpreis liegen, sowie mangelnde oder zweifelhaft wirkende Impfpässe und Entwurmungsnachweise.

Seriöse Züchter hingegen verlangen in aller Regel vor der Übergabe eines Welpen persönliche Treffen. Sie stellen umfangreiche Dokumentationen zur Verfügung, zeigen die Mutter und idealerweise auch den Vater des Wurfs, und geben detaillierte Auskunft über genetische Tests, Impfungen und Parasitenbehandlung. Verantwortungsvolle Züchter halten auch nach der Übergabe noch Kontakt zu ihren Käufern und interessieren sich für das Wohlbefinden der Tiere. Zusätzlich sollten seriöse Verkäufer ein Kaufvertrag ausstellen und bekannte Standards wie Züchterrichtlinien oder Mitgliedschaften in Rasseverbänden nachweisen können.

Die Behörden im Landkreis Cloppenburg arbeiten intensiv daran, illegale Hundezüchtungen aufzudecken und zu unterbinden. Dennoch bleibt der illegale Handel ein hartnäckiges Problem, das auch polizeiliches Handeln erfordert. Verbraucher, die unbeabsichtigt von illegalen Züchtern gekauft haben, werden aufgefordert, dies dem Veterinäramt zu melden. Diese Meldungen helfen den Behörden, Netzwerke zu identifizieren und zu zerschlagen. Gleichzeitig sollten Käufer ihre Verletzungen ihrer Rechte als Verbraucher etwa gegen betrügerische Online-Plattformen verfolgen.

Wer den Verdacht hat, bereits einen infiziert gezüchteten Welpen gekauft zu haben, sollte sofort einen Tierarzt aufsuchen. Die schnelle Reaktion kann über Leben und Tod entscheiden. Wichtig ist auch, den Kaufbeleg und alle Unterlagen zum Kauf zu sichern, um mögliche Gewährleistungsansprüche geltend zu machen. Der Tierarzt kann zudem die zuständigen Behörden benachrichtigen, wenn Verdacht auf illegalen Handel besteht. Die Meldung solcher Fälle trägt direkt dazu bei, das kriminelle Netzwerk transparenter zu machen und staatliche Kontrollen zu intensivieren.

Das Veterinäramt des Landkreises Cloppenburg rät allen potenziellen Hundekäufern zu größtmöglicher Vorsicht und Sorgfalt bei der Wahl eines geeigneten Züchters. Eine gründliche Recherche im Vorfeld, der persönliche Austausch mit mehreren Züchtern und das Vergleichen verschiedener Angebote sind zeitaufwendig, aber absolut notwendig. Alternativ empfehlen Experten, sich an anerkannte Tierheime oder Tierschutzorganisationen zu wenden, die verwaiste Hunde vermitteln. Diese Organisationen arbeiten mit Transparenz und Tierwohl, nicht mit Profitmaximierung.

Für Fragen und Meldungen verdächtiger Welpenverkäufer steht das Veterinäramt des Landkreises Cloppenburg zur Verfügung. Bürgerinnen und Bürger, die illegale Hundezüchtungen oder unseriöse Verkäufer entdecken, können diese anzeigen. Mit gemeinsamer Aufmerksamkeit und Verantwortungsbewusstsein lässt sich der illegale Handel ein Stück weit eindämmen – und Hundewelpen könnten in sicheren Händen aufwachsen.

Quelle: https://news.google.com/rss/articles/CBMi7gFBVV95cUxQSTZIM3N1djg4OTYxUTk5TWhLZ1JObnZ6LWZ2UVhKQ25TV0NaU2Vkc1Z6UzVKX19FaVQ4YkJLQTRMWkRnSUZRYmxJUEMwc2k3Szg4eDJVaUVJdTlBelZkeFZfX1o3T2tneFBNdGFvSzBqaFYtVG9ZeUtIOHhPcWtJTDV4bFhGRkFtRkw3VE1QV2cxVTM1N2hvcGVZRWFuMDEwdVRjVUJ0WnF1c2Q0Q1NMc0FUWW1kZHhyR2NSSVhpNkE1QXA3WTNmZnB5cEJYdFhnOE01eTlzd1RDc3hGZVk1WFVKUlg1UGt5NVpuUDJB?oc=5&hl=en-US&gl=US&ceid=US:en

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