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Geflügelpest schlägt erneut zu: 21.500 Hühner im Landkreis Cloppenburg gekeult

Der Landkreis Cloppenburg wird erneut von der Geflügelpest heimgesucht. In einem Betrieb mussten 21.500 Hühner notgeschlachtet werden.

von Yvonne

20.05.2026, 21:36·4 Min. Lesezeit·

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Der Landkreis Cloppenburg bleibt weiterhin im Visier der Geflügelpest. Nach bereits erfolgten Ausbrüchen in den vergangenen Monaten hat das Veterinäramt des Landkreises erneut einen Fall der Aviären Influenza bestätigt. Die Konsequenz ist drastisch: 21.500 Hühner mussten in einem betroffenen Betrieb notgeschlachtet werden. Der aktuelle Ausbruch verdeutlicht die anhaltende Bedrohung, die von dieser hochansteckenden Tierseuche für die Geflügelwirtschaft in der Region ausgeht.

Die Geflügelpest, auch als Aviäre Influenza bekannt, stellt seit Jahren eine erhebliche Herausforderung für Geflügelbetriebe dar. Der Landkreis Cloppenburg hat in der Vergangenheit bereits mehrfach mit Ausbrüchen dieser Krankheit zu kämpfen gehabt. Mit dem aktuellen Fall zeigt sich: Die Problematik ist keineswegs überwunden. Für die betroffenen Betriebe bedeutet eine solche Diagnose nicht nur finanzielle Verluste, sondern auch erheblichen organisatorischen und emotionalen Aufwand.

Das Veterinäramt des Landkreises Cloppenburg ist unmittelbar nach Bekanntwerden der Infektion tätig geworden. Die Notschlachtung der 21.500 Hühner war eine notwendige Maßnahme, um die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Solche Maßnahmen sind gesetzlich vorgesehen und dienen dem Schutz der übrigen Geflügelbestände in der Region. Die Behörden arbeiten dabei nach strikten Hygiene- und Quarantäneprotokollen, um Infektionsketten zu unterbrechen.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen für den betroffenen Betrieb sind erheblich. Die Aufzucht und Haltung von 21.500 Hühnern erfordert erhebliche Investitionen in Futter, Energie, Personal und Infrastruktur. Mit einem Schlag ist dieser Bestand vernichtet. Zwar gibt es Entschädigungsmöglichkeiten durch staatliche Programme, doch decken diese in der Regel nur einen Teil der tatsächlichen Verluste ab. Für viele Betriebe bedeutet so ein Ausbruch eine erhebliche wirtschaftliche Belastung.

Die Geflügelpest wird primär durch Wildvögel, insbesondere Zugvögel, übertragen. Diese können das Virus über ihre Ausscheidungen auf Stallungen und Betriebsflächen gelangen lassen. Eine vollständige Prävention ist daher nur schwer möglich. Allerdings gibt es bewährte Schutzmaßnahmen: Strikte Biosicherheit, Separierung von Futter- und Lagerbereichen, Desinfektion von Fahrzeugen und Ausrüstung sowie die Minimierung von Kontakten zwischen verschiedenen Betrieben. Viele Betriebe im Landkreis haben ihre Schutzmaßnahmen in den vergangenen Jahren deutlich verschärft.

Der aktuelle Fall reiht sich in eine längere Serie von Geflügelpest-Ausbrüchen ein, die den Landkreis Cloppenburg in den letzten Jahren immer wieder heimgesucht haben. Dies unterstreicht, dass die Region besonders anfällig für diese Seuche ist. Mögliche Gründe liegen in der hohen Dichte an Geflügelbetrieben, in der Nähe zu Fluggewässern, die von Wildvögeln frequentiert werden, und in den natürlichen Migrationswegen von Zugvögeln.

Das Veterinäramt des Landkreises Cloppenburg steht nach dem neuerlichen Ausbruch vor der Aufgabe, schnell und entschieden zu handeln. Dies umfasst neben der Notschlachtung auch umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen, die Kontrolle und mögliche Quarantäne von Nachbarbetrieben sowie eine verstärkte Überwachung der Region. Die Behörde arbeitet dabei in enger Abstimmung mit dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Für die betroffene Betriebsleiterin oder den Betriebsleiter beginnt nun eine schwierige Phase. Nach der Notschlachtung und Desinfektion folgt eine Sperrfrist, während derer keine neuen Tiere in den Stall eingestallt werden dürfen. Dies kann mehrere Wochen dauern. Der Neustart des Betriebes erfordert dann erneute Investitionen und Zeit, bis wieder volle Produktionskapazität erreicht ist.

Die Cloppenburger Geflügelwirtschaft wird durch solche Ereignisse regelmäßig unter Druck gesetzt. Dabei ist die Region wirtschaftlich auf diese Branche angewiesen. Betriebe mit Haltungen von Legehennen, Masthühnern und Enten prägen das ländliche Bild des Landkreises. Ein Ausbruch nach dem anderen gefährdet die Existenzgrundlagen dieser Betriebe.

Experten empfehlen, die Prävention weiter zu intensivieren und gleichzeitig die Forschung an Impfstoffen voranzutreiben. Einige Länder experimentieren bereits mit Vogel-Schutzimpfungen, um die Ausbreitung zu eindämmen. Auch in Deutschland wird diese Möglichkeit diskutiert. Bis dahin müssen sich die Betriebsleiternden und Betriebsleiter auf bewährte Biosicherheitsmaßnahmen verlassen und hoffen, dass das Virus ihren Bestand verschont.

Der neuerliche Geflügelpest-Ausbruch im Landkreis Cloppenburg ist ein Weckruf. Er zeigt, dass die Geflügelwirtschaft in dieser Region mit einer strukturellen Herausforderung konfrontiert ist, die nicht einfach gelöst werden kann. Die Kombination aus hoher Betriebsdichte, günstigen Bedingungen für Wildvogel-Kontakte und dem natürlichen Auftreten der Aviären Influenza macht eine Null-Fehler-Quote unrealistisch. Dennoch müssen alle Beteiligten – Landwirte, Behörden und Politik – kontinuierlich an Lösungen arbeiten, um solche Katastrophen zukünftig zu minimieren.

Quelle: https://news.google.com/rss/articles/CBMizgFBVV95cUxOZnZfSkt0TnUzRUw0UXlCWnpaS1YwOVI1Q3lzV29mSGg3MjZVNTRuTUp0SmhveEk3dHNxdklzczhSMTFlLWhKdXVHTzdJU09JOS1DVzZuZGtzNUFLRzR2ZGNHWGRHTkNHMGpHRXRTVXBNNWozZjg3WEszYWdMMWdFVEh6aEpVUXhxa3cySVZTSncxVUJfM2FWcnppS1RLQ2tzQzc2Y1UtZFluTVVSNGU1UTZ4SXphMVd0LUNsenY3RzJVcmdoVGJQN3dXNDRJQQ?oc=5&ucbcb=1&hl=de&gl=DE&ceid=DE:de

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