Handel in Schwierigkeiten: Denns Biomarkt und Rieker-Store schließen ihre Pforten in Cloppenburg
Die Cloppenburger Innenstadt verliert zwei weitere etablierte Einzelhandelsbetriebe. Der Denns Biomarkt und der Rieker-Store geben ihre Standorte auf.
von Martin
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Ein weiterer Rückschlag für die Cloppenburger Einzelhandelslandschaft: Sowohl der Denns Biomarkt als auch der Rieker-Store werden ihre Geschäftstätigkeit in der Stadt einstellen. Die Schließungen sind symptomatisch für einen branchenweit schwierigen Trend, der nicht nur Cloppenburg, sondern viele mittelständische Handelsstädte in Deutschland erfasst hat. Damit verliert die Stadt zwei etablierte Handelsanbieter, die bis dato Kunden aus der Region bedienten.
Der Denns Biomarkt, der sich auf Bio-Produkte und nachhaltige Konsumgüter spezialisiert hatte, zählt zu den bekannteren Verlusten. Das Unternehmen, das bundesweit ein dichtes Filialnetz aufgebaut hatte, geriet wie viele Biomarkt-Ketten in den vergangenen Jahren unter Druck. Konkurrenz durch große Einzelhandelsketten, die ihr Bio-Sortiment kontinuierlich ausbauten, sowie veränderte Einkaufsgewohnheiten der Verbraucher haben solche spezialisierten Märkte zunehmend unter Druck gesetzt. Für Cloppenburger, die gezielt Bio-Produkte einkaufen möchten, entfällt damit eine wichtige Anlaufstelle in der unmittelbaren Nähe.
Parallel zur Schließung des Denns Biomarktes wird auch das Schuhgeschäft Rieker seinen Standort in Cloppenburg aufgeben. Der Rieker-Store war für seine Auswahl an komfortabler Schuhmode bekannt und hatte sich über Jahre hinweg als feste Größe im Cloppenburger Einzelhandel etabliert. Die Schließung eines Schuhfachgeschäftes ist ebenso Ausdruck der Transformation des Einzelhandelssektors, in dem spezialisierte Fachgeschäfte es zunehmend schwerer haben, gegen den Online-Handel und große Einzelhandelsketten zu bestehen.
Diese beiden Geschäftsaufgaben reihen sich in eine besorgniserregende Serie von Schließungen und Umstrukturierungen ein, die Cloppenburg in den letzten Monaten und Jahren erlebt hat. Die Cloppenburger Innenstadt sieht sich wie viele Innenstädte Deutschlands mit dem Phänomen der Verödung konfrontiert. Traditionelle Einzelhandelsflächen stehen vermehrt leer, während Mietkosten nicht im gleichen Maße sinken. Diese Konstellation macht es vielen kleineren und mittleren Einzelhandelsbetrieben schwer, rentabel zu wirtschaften.
Experten führen die Probleme des stationären Einzelhandels auf mehrere Faktoren zurück. Der E-Commerce hat sich dauerhaft in den Konsumgewohnheiten verankert, besonders im Bereich Schuhe und auch bei Bio-Produkten finden Kunden mittlerweile umfangreiche Online-Angebote vor. Hinzu kommt, dass große Einzelhandelsketten mit ihren Logistikressourcen und Einkaufsmengen Preise durchsetzen können, die spezialisierte Fachgeschäfte nicht mitgehen können. Gleichzeitig prägt auch die Strukturveränderung der Bevölkerung durch Abwanderung in größere Städte die Situation vieler mittlerer Städte wie Cloppenburg.
Für die Mitarbeiter beider Betriebe bedeuten die Schließungen arbeitsrechtliche Konsequenzen. Wie viele Personen von den Schließungen betroffen sind und welche Perspektiven sie erhalten, wird in der Regel von den Betriebsbetreibern individuell geregelt. Solche Betriebsstilllegungen sind für betroffene Arbeitnehmer regelmäßig mit erheblichen Herausforderungen verbunden, insbesondere wenn Arbeitsplätze in Branchen entfallen, die regional weniger ausgebaut sind.
Die Stadt Cloppenburg wird sich mit dieser Entwicklung auseinandersetzen müssen. Konzepte zur Revitalisierung von Innenstädten stehen bundesweit auf der Agenda von Stadtentwicklungspolitikern. Während einige Innenstädte durch kreative Nutzungskonzepte, kulturelle Angebote und eine Neupositionierung des stationären Handels wieder an Attraktivität gewinnen, geraten andere in einen schwierigen Schrumpfungsprozess. Cloppenburg steht hierbei vor der Aufgabe, die Attraktivität seines Zentrumsbereiches zu bewahren oder neu zu definieren.
Brancheninitiativen und Einzelhandelverbände weisen seit Jahren darauf hin, dass eine bloße Symptombekämpfung nicht ausreicht. Vielmehr seien integrierte Konzepte erforderlich, die den Einzelhandel unterstützen, zugleich aber auch neue Formen von Urbanität und Zentrumsfunktionalität berücksichtigen. Das kann von der Verbesserung der Parksituation über die Förderung von Events bis hin zur Ansiedlung von Dienstleistungen reichen, die Menschen in die Innenstädte bringen.
Für die Cloppenburger Bürgerschaft und Kunden bedeuten die Schließungen konkrete Änderungen ihrer Einkaufsroutinen. Wer Bio-Produkte nachgefragt hat, wird künftig auf andere Läden ausweichen oder Online-Optionen nutzen müssen. Ähnlich ist es bei der Schuhberatung – auch hier werden Kunden neue Wege gehen müssen oder auf weniger spezialisierte Einzelhandelsbetriebe ausweichen.
Die Entwicklung zeigt auch, wie wichtig es ist, lokale Einzelhandelsbetriebe zu unterstützen und zu besuchen. Jeder Einkauf beim lokalen Fachhandel trägt dazu bei, dass diese Betriebe wirtschaftlich überleben können. Mit den Schließungen von Denns Biomarkt und Rieker-Store verliert Cloppenburg jedoch zwei weitere solcher Ankermieter, die für eine lebendige und vielfältige Innenstadt bedeutsam sind.
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