Politik
Kreistag ebnet den Weg: Erweiterung des Albertus-Magnus-Gymnasiums in Friesoythe kann starten
Der Kreistag Cloppenburg hat die Erweiterung des Albertus-Magnus-Gymnasiums in Friesoythe beschlossen. Nun beginnen die konkreten Planungen für das dringend benötigte Bauprojekt – doch bis zum Baubeginn wird es noch dauern.
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Es ist eine Entscheidung, auf die Schüler, Eltern und Lehrkräfte in Friesoythe lange gewartet haben: Der Kreistag des Landkreises Cloppenburg hat grünes Licht für die Erweiterung des Albertus-Magnus-Gymnasiums (AMG) in Friesoythe gegeben. Mit diesem Beschluss ist ein entscheidender politischer Meilenstein erreicht – doch bis die Bagger tatsächlich anrollen, sind noch zahlreiche Schritte notwendig. CLP Aktuell beleuchtet die Hintergründe der Entscheidung, die Planungen und die Frage, wie es nun konkret weitergeht.
Das Albertus-Magnus-Gymnasium in Friesoythe gehört zu den wichtigsten weiterführenden Schulen im nördlichen Landkreis Cloppenburg. Seit Jahren steigen die Schülerzahlen, und die räumliche Situation am bestehenden Standort wird zunehmend als beengt wahrgenommen. Klassenzimmer, Fachräume und Aufenthaltsbereiche stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen. Bereits in der Vergangenheit hatte die Schulleitung immer wieder auf die dringende Notwendigkeit einer baulichen Erweiterung hingewiesen. Der Landkreis Cloppenburg als Schulträger war daher gefordert, eine zukunftsfähige Lösung zu erarbeiten, die den pädagogischen Anforderungen ebenso gerecht wird wie den steigenden Anforderungen an moderne Lernumgebungen.
Die Kreistagsmitglieder haben sich nun mit deutlicher Mehrheit für die geplante Erweiterung des AMG ausgesprochen. Damit folgte das Gremium den Empfehlungen der zuständigen Fachausschüsse, die das Vorhaben in den vergangenen Monaten intensiv beraten hatten. Der Beschluss gibt dem Landkreis die nötige politische Legitimation, die weiteren Planungs- und Umsetzungsschritte in Angriff zu nehmen. In der Kreistagssitzung betonten Vertreter verschiedener Fraktionen, wie wichtig eine leistungsfähige Schulinfrastruktur für die Zukunftsfähigkeit der Region Friesoythe und des gesamten Nordkreises sei.
Die geplante Erweiterung des Albertus-Magnus-Gymnasiums umfasst nach bisherigem Planungsstand den Bau zusätzlicher Unterrichtsräume, moderner Fachräume sowie die Schaffung zeitgemäßer Aufenthalts- und Gemeinschaftsflächen. Ziel ist es, nicht nur dem aktuellen Raumbedarf gerecht zu werden, sondern das Gymnasium auch langfristig für steigende Schülerzahlen und neue pädagogische Konzepte zu rüsten. Die Digitalisierung des Unterrichts, Inklusion und veränderte Anforderungen an Ganztagsangebote spielen bei der Konzeption eine zentrale Rolle. Eine zukunftsweisende Schularchitektur, die flexible Nutzungen ermöglicht, steht im Mittelpunkt der Überlegungen.
Doch mit dem Kreistagsbeschluss allein ist das Projekt noch lange nicht abgeschlossen. Im Gegenteil: Nun beginnt die eigentliche Umsetzungsphase, die erfahrungsgemäß mehrere Jahre in Anspruch nehmen kann. Zunächst müssen detaillierte Planungen erstellt und Architekturwettbewerbe oder Vergabeverfahren durchgeführt werden. Anschließend folgen die Genehmigungsverfahren, bei denen unter anderem baurechtliche, brandschutztechnische und denkmalschutzrechtliche Aspekte geprüft werden. Erst wenn alle Genehmigungen vorliegen, können die Bauarbeiten ausgeschrieben und vergeben werden. Erfahrungsgemäß vergehen zwischen einem Grundsatzbeschluss und dem tatsächlichen Baubeginn bei Schulbauprojekten dieser Größenordnung mindestens ein bis zwei Jahre.
Ein zentrales Thema bei der weiteren Planung wird die Finanzierung sein. Schulbauprojekte im Landkreis Cloppenburg bewegen sich regelmäßig im mehrstelligen Millionenbereich. Der Landkreis wird voraussichtlich Fördermittel des Landes Niedersachsen und gegebenenfalls des Bundes beantragen, um die finanzielle Belastung für den Kreishaushalt abzufedern. In der Vergangenheit konnten bei vergleichbaren Projekten im Landkreis – etwa bei der Sanierung und Erweiterung anderer Schulstandorte – Zuschüsse aus verschiedenen Fördertöpfen eingeworben werden. Dennoch wird der Landkreis einen erheblichen Eigenanteil stemmen müssen. Die genauen Kosten werden sich erst im Laufe der weiteren Planungsphase konkretisieren, wenn Entwürfe vorliegen und die Marktlage bei Bauleistungen eingeschätzt werden kann.
Die Erweiterung des AMG ist auch vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung im Landkreis Cloppenburg zu sehen. Während in vielen ländlichen Regionen Deutschlands die Schülerzahlen sinken, verzeichnet der Landkreis Cloppenburg weiterhin ein moderates Bevölkerungswachstum. Insbesondere die Stadt Friesoythe und ihr Umland profitieren von Zuzug und einer vergleichsweise jungen Bevölkerungsstruktur. Dies führt dazu, dass die Nachfrage nach Gymnasialplätzen ungebrochen hoch ist. Die kommunale Schulentwicklungsplanung hat diesen Trend bestätigt und den Bedarf für zusätzliche Kapazitäten am AMG untermauert.
Für die Schulgemeinschaft des Albertus-Magnus-Gymnasiums ist der Beschluss ein lang ersehntes Signal. Schulleitung, Lehrerkollegium, Elternvertretung und Schülerschaft hatten sich in den vergangenen Jahren immer wieder für eine Verbesserung der räumlichen Situation eingesetzt. Insbesondere die Elternvertretung hatte in öffentlichen Stellungnahmen und bei Schulausschusssitzungen darauf hingewiesen, dass die beengten Verhältnisse den Unterrichtsalltag beeinträchtigen und eine moderne pädagogische Arbeit erschweren. Mit dem nun gefassten Beschluss sehen viele Beteiligte einen wichtigen Durchbruch, auch wenn die Geduld bis zur tatsächlichen Fertigstellung weiter gefordert sein wird.
Die Bauphase selbst wird die Schule vor Herausforderungen stellen. Erfahrungen aus anderen Schulbauprojekten im Landkreis zeigen, dass Bauarbeiten am laufenden Schulbetrieb eine sorgfältige Logistik und enge Abstimmung zwischen Bauherr, Schulleitung und ausführenden Unternehmen erfordern. Provisorische Lösungen wie Container-Klassenräume oder veränderte Raumbelegungspläne können temporär notwendig werden. Der Landkreis hat bei früheren Projekten gezeigt, dass solche Übergangslösungen machbar sind, auch wenn sie für alle Beteiligten mit Einschränkungen verbunden sind.
Mit Blick auf die nächsten Monate wird die Kreisverwaltung nun die konkreten Planungsschritte einleiten. Dazu gehört die Beauftragung eines Planungsbüros, die Erstellung eines detaillierten Raumprogramms in enger Abstimmung mit der Schulleitung sowie die Klärung der Fördermittelkulisse. Die politischen Gremien des Landkreises werden regelmäßig über den Fortgang des Projekts informiert werden. Der nächste große Meilenstein dürfte die Vorstellung eines konkreten Entwurfs sein, der dann erneut in den zuständigen Ausschüssen und im Kreistag beraten wird.
Der Beschluss des Kreistags zur AMG-Erweiterung reiht sich ein in eine Serie von Investitionen, die der Landkreis Cloppenburg in seine Schullandschaft tätigt. In den vergangenen Jahren wurden bereits mehrere Schulstandorte im Kreisgebiet saniert, erweitert oder modernisiert. Die Investitionen in Bildungsinfrastruktur gelten als zentraler Standortfaktor für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft der Region. Für Friesoythe und das Albertus-Magnus-Gymnasium bedeutet der Kreistagsbeschluss einen wichtigen Schritt in Richtung einer modernen, leistungsfähigen Schule, die den Anforderungen der kommenden Jahrzehnte gewachsen ist. Nun liegt es an der Verwaltung und den Planern, das Vorhaben zügig und effizient umzusetzen – die Erwartungen der Schulgemeinschaft und der gesamten Region sind hoch.
