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Landkreis Cloppenburg will Bustraining für Grundschulkinder fest etablieren – Sicherheit auf dem Schulweg im Fokus

Der Landkreis Cloppenburg plant, ein flächendeckendes Bustraining für Grundschulkinder einzuführen. Damit sollen Erstklässler den sicheren Umgang mit dem Schulbus systematisch erlernen.

05.01.2026, 08:00·5 Min. Lesezeit·
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Quelle: Shutterstock.

Der Schulweg birgt für die Jüngsten zahlreiche Gefahren – insbesondere dann, wenn er mit dem Bus zurückgelegt wird. Im Landkreis Cloppenburg setzt man deshalb auf Prävention: Ein spezielles Bustraining für Grundschulkinder soll künftig fester Bestandteil der Verkehrserziehung werden. Die Kreisverwaltung arbeitet derzeit an einem Konzept, das allen Erstklässlern im Kreisgebiet den sicheren Umgang mit dem öffentlichen Nahverkehr näherbringen soll. Damit reagiert der Landkreis auf eine seit Jahren bestehende Forderung von Eltern, Schulen und Verkehrsexperten.

Der Hintergrund ist so alltäglich wie brisant: Tausende Schülerinnen und Schüler im Landkreis Cloppenburg sind Tag für Tag auf den Schulbus angewiesen. Gerade im ländlich geprägten Raum zwischen Friesoythe, Löningen, Lastrup und Cloppenburg sind die Entfernungen zwischen Wohnort und Schule oft beträchtlich. Für viele Kinder, die frisch eingeschult werden, ist die Fahrt mit dem Bus eine völlig neue Erfahrung – und eine, die durchaus mit Risiken verbunden ist. Das richtige Verhalten an der Haltestelle, beim Ein- und Aussteigen sowie während der Fahrt will gelernt sein. Genau hier setzt das geplante Bustraining an.

Die Idee eines strukturierten Bustrainings ist im Landkreis Cloppenburg nicht gänzlich neu. In der Vergangenheit gab es bereits vereinzelte Initiativen an einzelnen Schulen, bei denen Kinder den Umgang mit dem Schulbus üben konnten. Was bislang jedoch fehlte, war ein flächendeckendes, einheitliches Angebot, das alle Grundschulen im Kreisgebiet erreicht. Genau das soll sich nun ändern. Der Landkreis plant, ein verbindliches Programm aufzulegen, das regelmäßig und systematisch durchgeführt wird. Damit würde Cloppenburg eine Vorreiterrolle in der Region einnehmen.

Das Konzept sieht vor, dass die Kinder in praxisnahen Übungseinheiten lernen, worauf es beim Busfahren ankommt. Dazu gehört das sichere Warten an der Haltestelle, das geordnete Einsteigen ohne Drängeln und Schubsen, das richtige Festhalten während der Fahrt sowie das aufmerksame Verhalten beim Aussteigen. Besonders der sogenannte "tote Winkel" – jener Bereich rund um den Bus, in dem der Fahrer Fußgänger und Kinder nicht sehen kann – soll den Schülerinnen und Schülern eindrücklich vor Augen geführt werden. Erfahrungsgemäß hinterlässt gerade diese Demonstration bei den Kindern einen bleibenden Eindruck und trägt nachhaltig zu einem vorsichtigeren Verhalten bei.

Bei der Umsetzung setzt der Landkreis auf die Zusammenarbeit mehrerer Partner. Neben der Kreisverwaltung selbst sollen die Busunternehmen, die den Schülertransport im Kreisgebiet durchführen, aktiv eingebunden werden. Auch die Polizei und die Verkehrswacht könnten eine tragende Rolle spielen, indem sie ihr Fachwissen in die Schulungen einbringen. Die Grundschulen wiederum wären dafür zuständig, die Trainingseinheiten in ihren Schulalltag zu integrieren. Ein solches Zusammenspiel verschiedener Akteure gilt als Erfolgsfaktor für vergleichbare Programme in anderen Landkreisen und Kommunen.

Die Notwendigkeit eines solchen Programms wird von Fachleuten immer wieder betont. Statistiken zeigen, dass Unfälle im Zusammenhang mit dem Schulbusverkehr zwar vergleichsweise selten sind, aber wenn sie passieren, oft schwerwiegende Folgen haben. Besonders gefährdet sind Kinder im Grundschulalter, die aufgrund ihrer geringeren Körpergröße von Busfahrern schwerer gesehen werden und die Geschwindigkeiten und Bremswege von Fahrzeugen noch nicht richtig einschätzen können. Hinzu kommt, dass Kinder in Gruppen – etwa an der Haltestelle – leicht abgelenkt sind und unvorhersehbar handeln. Ein gezieltes Training kann hier das Bewusstsein für Gefahren schärfen und lebensrettende Verhaltensweisen vermitteln.

Auch aus Sicht der Eltern ist das geplante Bustraining ein wichtiger Schritt. Viele Mütter und Väter berichten von Unsicherheiten und Sorgen, wenn ihre Kinder erstmals allein mit dem Bus zur Schule fahren. Die Angst, dass das eigene Kind im Gedränge stürzt, zu spät an der Haltestelle ankommt oder beim Aussteigen nicht auf den Verkehr achtet, ist weit verbreitet. Ein professionell begleitetes Training, das die Kinder schrittweise an die Situation heranführt, könnte hier für deutliche Entlastung sorgen. Gleichzeitig stärkt es die Selbstständigkeit der Kinder und bereitet sie auf eine eigenverantwortliche Teilnahme am Straßenverkehr vor.

Der Landkreis Cloppenburg folgt mit dieser Initiative einem Trend, der in vielen Teilen Deutschlands zu beobachten ist. In zahlreichen Kommunen und Landkreisen gehören Bustrainings für Schulanfänger längst zum festen Repertoire der Verkehrserziehung. Der ADAC beispielsweise bietet bundesweit das Programm "Achtung Auto" an, das Kindern den sicheren Umgang mit dem Straßenverkehr vermittelt. Auch die Deutsche Verkehrswacht hat spezielle Module für den Schulbusbereich entwickelt. Der Landkreis Cloppenburg könnte auf diese bewährten Konzepte zurückgreifen und sie an die spezifischen Gegebenheiten vor Ort anpassen – etwa an die Beschaffenheit der ländlichen Haltestellen, die Taktung der Buslinien oder die besonderen Herausforderungen in den Wintermonaten, wenn Dunkelheit und Glätte zusätzliche Risiken schaffen.

Die konkreten Details zur Umsetzung werden in den kommenden Wochen und Monaten erarbeitet. Dabei wird es unter anderem darum gehen, einen festen zeitlichen Rahmen für die Trainings festzulegen, die Kosten zu kalkulieren und die logistischen Voraussetzungen zu schaffen. Wichtig ist, dass das Programm nicht als einmalige Aktion verstanden wird, sondern als wiederkehrendes Element, das idealerweise zu Beginn jedes Schuljahres für die neuen Erstklässler angeboten wird. Nur so kann eine nachhaltige Wirkung erzielt werden, die über den Moment hinausgeht.

Der Landkreis Cloppenburg zeigt mit diesem Vorhaben, dass Verkehrssicherheit für Kinder nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, sondern konkret vorangetrieben wird. In einer Region, in der der Schulbus für viele Familien das wichtigste Transportmittel auf dem Schulweg darstellt, ist ein professionelles Bustraining mehr als eine nette Ergänzung – es ist eine Investition in die Sicherheit der jüngsten Verkehrsteilnehmer. Eltern, Schulen und alle beteiligten Akteure dürfen gespannt sein, wann das Programm in die Praxis umgesetzt wird. Eines steht bereits jetzt fest: Der Bedarf ist groß, die Bereitschaft zur Mitwirkung offenbar ebenso.

Quelle: https://news.google.com/rss/articles/CBMivwFBVV95cUxQLWc0M1c1Y0Z2UWZiQzlrYU9tc21yZFBQdXY5SVl4X3A3cmUzcjVFbkwxWGZuUXM1SmV0WVNQX3piMVNsR3FQbjZVWHF1UjB3dlJPMDM1RlZXV3R0WXdQOURZYjA3OXo1dUp1eFRrRlY0TWJ4eGctRGZiMDVZSEtVTEtxVHFOU2JvX0RyYklIYkt2OTRpMDV5WTA1b01ib19WbkVoZjNfNmNld0FreDRBcURqSGtraEFXTEgxY0MzTQ?oc=5&hl=en-US&gl=US&ceid=US:en

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