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Lebensgefahr auf zugefrorenen Gewässern: Landkreis Cloppenburg mahnt zur Vorsicht

Der Landkreis Cloppenburg warnt eindringlich vor dem Betreten zugefrorener Gewässer – die Eisdecke ist vielerorts nicht tragfähig. Besonders Eltern sollten ihre Kinder auf die lebensbedrohlichen Gefahren aufmerksam machen.

07.01.2026, 08:00·4 Min. Lesezeit·
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Quelle: Shutterstock.

Die winterlichen Temperaturen der vergangenen Tage haben dafür gesorgt, dass sich auf zahlreichen Seen, Teichen und Gräben im Landkreis Cloppenburg eine Eisschicht gebildet hat. Was auf den ersten Blick zu einem Wintervergnügen einlädt, birgt jedoch erhebliche Gefahren. Der Landkreis Cloppenburg warnt die Bevölkerung eindringlich davor, die Eisflächen zu betreten. Die Eisdecke sei vielerorts noch nicht tragfähig genug, um Menschen sicher zu tragen – ein Einbrechen ins eiskalte Wasser kann binnen weniger Minuten lebensbedrohlich werden.

Die Warnung des Landkreises richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger, ganz besonders aber an Eltern und Erziehungsberechtigte. Kinder und Jugendliche unterschätzen häufig die Risiken, die von zugefrorenen Gewässern ausgehen. Was wie eine spiegelglatte, stabile Fläche aussieht, kann an vielen Stellen nur wenige Zentimeter dick und damit viel zu dünn sein, um das Gewicht eines Menschen auszuhalten. Besonders tückisch: Die Eisdicke variiert oft erheblich auf ein und demselben Gewässer. Strömungen, Zuflüsse und unterschiedliche Wassertiefen sorgen dafür, dass die Eisschicht an manchen Stellen deutlich dünner ist als an anderen.

Experten und Rettungsdienste betonen immer wieder, dass eine sichere Begehung von Eisflächen erst ab einer durchgehenden Eisdicke von mindestens 15 Zentimetern auf stehenden Gewässern gewährleistet ist. Auf fließenden Gewässern wie Bächen und Flüssen sollte die Eisdicke sogar mindestens 20 Zentimeter betragen. Diese Werte werden derzeit im Landkreis Cloppenburg nach Einschätzung der Behörden bei weitem nicht überall erreicht. Selbst wenn das Eis an einer Stelle ausreichend dick erscheint, kann es wenige Meter weiter bereits brüchig und instabil sein.

Die Gefahren eines Einbruchs ins Eis sind vielfältig und werden häufig unterschätzt. Wer in eiskaltes Wasser eintaucht, erleidet innerhalb kürzester Zeit einen sogenannten Kälteschock. Dieser kann zu unkontrollierbarem Einatmen unter Wasser, Herzrhythmusstörungen und einer raschen Unterkühlung führen. Die Muskulatur verkrampft sich schnell, sodass selbst geübte Schwimmer kaum noch in der Lage sind, sich selbstständig aus dem Wasser zu befreien. In vielen Fällen verlieren Betroffene bereits nach wenigen Minuten das Bewusstsein. Ohne sofortige Hilfe von außen endet ein solcher Vorfall nicht selten tödlich.

Besondere Vorsicht ist auch bei den zahlreichen Gräben und Entwässerungskanälen geboten, die das Landschaftsbild im Landkreis Cloppenburg prägen. Diese oft schmalen, aber tiefen Gewässer frieren zwar schnell zu, doch die Eisdecke ist aufgrund der geringen Wasserfläche und möglicher Strömungen besonders unberechenbar. Auch Regenrückhaltebecken und landwirtschaftliche Teiche, die in der Region vielerorts zu finden sind, stellen eine erhebliche Gefahrenquelle dar. Gerade Kinder, die auf dem Schulweg oder beim Spielen in der Nähe solcher Gewässer unterwegs sind, sollten von ihren Eltern auf die Risiken aufmerksam gemacht werden.

Der Landkreis appelliert an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger. Auch wenn die Versuchung groß sei, die winterliche Idylle auf dem Eis zu genießen oder gar Schlittschuh zu laufen – solange keine offizielle Freigabe einer Eisfläche durch die zuständigen Behörden oder Gemeinden erfolgt ist, sollte das Betreten unbedingt unterbleiben. Im Landkreis Cloppenburg gibt es derzeit nach Kenntnisstand der Redaktion keine freigegebenen Eisflächen.

Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Eiseinbruch kommen, ist schnelles und besonnenes Handeln gefragt. Zeugen eines solchen Unfalls sollten umgehend den Notruf 112 wählen und dabei den genauen Standort so präzise wie möglich angeben. Auf keinen Fall sollten Helfer selbst die Eisfläche betreten, da die Gefahr besteht, ebenfalls einzubrechen. Stattdessen empfehlen Rettungskräfte, dem Eingebrochenen von der sicheren Uferseite aus Hilfsmittel zuzuwerfen oder zuzuschieben – etwa Äste, Seile, Schals, Leitern oder andere längliche Gegenstände, an denen sich die Person festhalten und aus dem Wasser gezogen werden kann.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) gibt darüber hinaus den Hinweis, dass Betroffene nach der Rettung aus dem Eis sofort in warme Decken gehüllt und vor weiterer Auskühlung geschützt werden sollten. Heiße Getränke oder das Abreiben der Gliedmaßen sind hingegen kontraproduktiv und können den Kreislauf zusätzlich belasten. Stattdessen sollte die gerettete Person möglichst ruhig gelagert und auf den Rettungsdienst gewartet werden.

Die aktuelle Wetterlage im Landkreis Cloppenburg lässt zwar weiterhin frostige Nächte erwarten, doch tagsüber können die Temperaturen stellenweise über den Gefrierpunkt steigen. Dieser Wechsel zwischen Frost und Tauwetter macht die Eisflächen besonders unberechenbar. Durch die Sonneneinstrahlung und mildere Tagestemperaturen kann die Eisoberfläche antauen und in der folgenden Nacht wieder gefrieren, was die Struktur des Eises nachhaltig schwächt. Selbst Eisflächen, die vor wenigen Tagen noch stabil wirkten, können durch diesen Prozess deutlich an Tragfähigkeit verlieren.

Der Landkreis Cloppenburg erinnert in diesem Zusammenhang auch an vergangene Unfälle in der Region und bundesweit, bei denen Menschen beim Betreten nicht freigegebener Eisflächen ums Leben gekommen sind. Jedes Jahr ereignen sich in Deutschland zahlreiche Eisunfälle, nicht wenige davon mit tragischem Ausgang. Die Warnung der Behörden ist daher nicht als übertriebene Vorsicht zu verstehen, sondern als dringender Appell, der auf bitteren Erfahrungen beruht. Wer die winterliche Landschaft genießen möchte, kann dies bedenkenlos auf den zahlreichen Wander- und Spazierwegen im Landkreis tun – die Schönheit der verschneiten und vereisten Natur lässt sich auch vom sicheren Ufer aus bewundern.

Quelle: https://news.google.com/rss/articles/CBMioAFBVV95cUxOMVFBaGxKSlFidU5fLTVsdFpRX0VHMkZNRzY3V2YyM1pmODdKVHFCVUd4OXJId3dab0l3QWc1eGwySnRqelMzUG1pcjdUY1V3YmEwZi1EcWFtSHJaS05ndXgyMlVUWjE0ZW1FazEyUnprMjlJWENhN2VvN1RaY3BJZlVtZlY4cEJwNENLOWpnOTFoc0dranlpRDQwN01fWWNC?oc=5&hl=en-US&gl=US&ceid=US:en

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