Cloppenburger Express
Lokales

Schulen in Cloppenburger Land schlagen Alarm: Polizeikontaktbeamter fehlt seit Monaten

Cloppenburger Schulen haben einen verzweifelten Brandbrief an die Polizei geschrieben. Der zuständige Kontaktbeamte ist nicht mehr vor Ort – mit gravierenden Folgen für die Präventionsarbeit.

Martin

von Martin

25.11.2025, 08:00·3 Min. Lesezeit·
Schulen in Cloppenburger Land schlagen Alarm: Polizeikontaktbeamter fehlt seit Monaten

Bildquelle: Redaktion.

Die Situation an den Schulen im Landkreis Cloppenburg ist angespannt. Schulleitungen und Lehrkräfte vermissen schmerzlich eine wichtige Kontaktperson: den Polizeikontaktbeamten, der für die Schulen in der Region zuständig sein sollte. Mit einem Brandbrief haben sich die betroffenen Schulen nun direkt an die Polizei gewandt und fordern eine Lösung für dieses gravierende Personaldefizit.

Die Abwesenheit des Kontaktbeamten ist kein neues Problem. Schon seit mehreren Monaten fehlt die regelmäßige Präsenz einer Ansprechperson der Polizei in den Schulen. Das hat weitreichende Konsequenzen für die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Behörden. Denn der Kontaktbeamte ist weit mehr als nur eine Servicekraft – er oder sie ist ein wichtiger Anker in der Präventionsarbeit, ein Vermittler bei Konflikten und eine vertrauenswürdige Anlaufstelle für Schüler, Eltern und Lehrkräfte gleichermaßen.

Durch die fehlende Präsenz entstehen Lücken in der Jugendprävention. Programme zur Verkehrserziehung, Drogenaufklärung und Gewaltprävention lassen sich ohne die direkte Zusammenarbeit mit einem dedizierten Ansprechpartner bei der Polizei nur schwer umsetzen. Schüler, die Fragen zu rechtlichen Themen haben oder mit Problemen konfrontiert sind, die einen Bezug zur Polizeiarbeit haben, finden keine niedrigschwellige Anlaufstelle mehr in ihrer Schule. Das ist aus Sicht der Schulleiter und Lehrer ein unhaltbarer Zustand.

Die Schulen des Landkreises haben deshalb beschlossen, ihre Besorgnis in schriftlicher Form auszudrücken. Der Brandbrief richtet sich direkt an die Polizeibehörden und fordert eine rasche Abhilfe. Die Botschaft ist unmissverständlich: Die Schulen brauchen wieder einen festen Ansprechpartner bei der Polizei, der regelmäßig vor Ort ist und für längerfristige Projekte zur Verfügung steht. Ohne diese Unterstützung können wichtige Aufgaben der Prävention und Aufklärung nicht erfüllt werden.

Die Frage nach dem fehlenden Kontaktbeamten ist auch ein Spiegelbild einer größeren Problematik: der Personalausstattung der Polizei. Viele Bundesländer, auch Niedersachsen, kämpfen mit personellen Engpässen bei der Polizei. Wenn Schulkontaktbeamte oder ähnliche präventiv tätige Beamte abgezogen werden müssen, um Einsatzkräfte in anderen Bereichen bereitzustellen, entstehen solche Lücken. Die Konsequenzen für die Qualität der Gemeinschaftsaufgabe Polizei und Schule sind erheblich.

Auch inhaltlich ist die Situation problematisch. Die moderne Polizeiarbeit legt großen Wert auf Prävention und Gemeinwohl. Ein Kontaktbeamte an Schulen ist ein klassisches Instrument dieser Philosophie. Durch den regelmäßigen Kontakt zu Schülern können potenzielle Probleme früher erkannt werden. Vertrauen zwischen Polizei und jungem Publikum wird aufgebaut. Das ist eine Investition in die Sicherheit von morgen. Wenn diese Position vakant bleibt, verliert die Prävention an Kraft.

Die Cloppenburger Schulen hoffen nun, dass ihre schriftliche Beschwerde bei der Polizeiführung Gehör findet. Die Botschaft ist klar: Ein funktionierendes System der Schulkontaktbeamten ist nicht einfach ein "Nice to have", sondern ein wesentlicher Bestandteil einer guten Schulentwicklung und einer Kultur der Zusammenarbeit zwischen Schule und Behörden. Die Schulleiter und Lehrkräfte setzen darauf, dass die Polizei die Notwendigkeit anerkennt und zeitnah eine Lösung findet.

Wie es weitergehen wird, bleibt abzuwarten. Der Brandbrief ist ein Signal der Frustration, aber auch der Hoffnung, dass die Verantwortlichen in der Polizeibehörde die Dringlichkeit der Situation verstanden haben. Die Schulen des Landkreises Cloppenburg werden genau beobachten, wie schnell und mit welcher Nachhaltigkeit auf ihre Forderung reagiert wird. Denn eines ist sicher: Ohne einen Kontaktbeamten können die Schulen ihre Aufgaben im Bereich Prävention und Sicherheitserziehung nur unzureichend erfüllen.

Quelle: https://news.google.com/rss/articles/CBMiuAFBVV95cUxOdHpXTkFqWkRKMzRoVkpuS0pfOHB0TGVobjU5a1RpeHNvYXY1WU5LQjBJM2RpWklzcjJaX3NHNTFmUUpxMEQ5SUdvTTZMallTZ1JzY1NpU25lSjNaYjEyaE1XVGd6VzhEZjI3V05lbVFIOG9ydDRjMnpkNmJ3Q2IxcHdWQi1yaG5uNm0tdDJjcUJ1S2hsV0dDclp2cDFCVGlmT1o3bW51UUkyc0hZZ2NzdlhpYV8xNWxE?oc=5&ucbcb=1&hl=de&gl=DE&ceid=DE:de

Kommentare (0)

Sei der Erste, der kommentiert.

Anmelden um zu kommentieren.

Cloppenburger Express

Täglich aktuell aus dem Landkreis Cloppenburg

Alle Nachrichten →