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Sportfachhandel in der Krise: Sport Laschinski schließt Filialen in Cloppenburg und Vechta

Das traditionsreiche Sportgeschäft Sport Laschinski muss seine Filialen in Cloppenburg und Vechta ab Donnerstag dauerhaft schließen. Der Insolvenzantrag markiert das Ende einer etablierten Einzelhandelskette in der Region.

30.01.2024, 08:00·4 Min. Lesezeit·
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Quelle: Shutterstock.

Ein Traditionsunternehmen des regionalen Sportfachhandels musste einen schweren Schlag verkraften: Die Intersport-Filiale und das Schuhgeschäft Brandsohle unter der Trägerschaft von Sport Laschinski werden ab Donnerstag ihre Türen in Cloppenburg und Vechta endgültig schließen. Der Grund ist ein Insolvenzverfahren, das das Familienunternehmen nicht abwenden konnte. Für Mitarbeiter, Kunden und die lokale Einzelhandelslandschaft bedeutet dies einen erheblichen Umbruch.

Die Schließung betrifft damit zwei bedeutende Standorte im Landkreis Cloppenburg und darüber hinaus. Das Unternehmen Sport Laschinski hatte sich über Jahrzehnte als zuverlässiger Partner für Sportbedarf und Schuhe in der Region etabliert. Mit der Intersport-Marke unter seinem Dach war das Unternehmen Teil des deutschlandweit bekannten Sporteinzelnetzwerks, was dem Betrieb Zugang zu großen Herstellern und breiter Produktpalette sicherte. Die Brandsohle hingegen war als spezialisiertes Schuhgeschäft bekannt und zog vor allem Kunden an, die Wert auf Fachberatung und qualitativ hochwertige Schuhe legten.

Die wirtschaftlichen Herausforderungen für stationäre Sportfachgeschäfte sind in den vergangenen Jahren erheblich geworden. Der Online-Handel mit seinen Versandanbietern wie Amazon und spezialisierte digitale Sportausstatter haben den lokalen Einzelhandel massiv unter Druck gesetzt. Hinzu kamen die wirtschaftlichen Belastungen durch die Corona-Pandemie, Lieferkettenprobleme und die gestiegenen Betriebskosten durch Inflation. Viele inhabergeführte Geschäfte wie Sport Laschinski kamen mit diesen Veränderungen nicht mehr zurecht und mussten ihre Geschäftstätigkeit einstellen.

Für die Mitarbeiter der beiden Filialen in Cloppenburg und Vechta ist die Insolvenz eine existenzielle Belastung. Sie müssen sich in einem schwierigen Arbeitsmarkt neu orientieren und auf Jobsuche gehen. Die genaue Zahl der betroffenen Arbeitskräfte wurde nicht genannt, doch bei zwei etablierten Fachgeschäften ist davon auszugehen, dass mehrere Vollzeit- und Teilzeitkräfte ihre Beschäftigung verlieren. Der Insolvenzverwalter wird mit den Arbeitnehmern in Kontakt treten und sie über ihre Rechte und Ansprüche informieren müssen.

Auch für die Kunden bedeutet die Schließung einen Verlust. Wer Wert auf persönliche Beratung beim Schuhkauf legte oder schnell ein Sportprodukt aus dem Intersport-Sortiment benötigte, wird sich künftig anders versorgen müssen. Patienten mit Fußproblemen, die bei Brandsohle spezialisierte Beratung erhielten, müssen auf andere Fachgeschäfte ausweichen. In Cloppenburg und Vechta werden damit Anlaufstellen für den lokalen Sportfachhandel weniger.

Die Insolvenz von Sport Laschinski ist auch symptomatisch für einen breiteren Trend im Einzelhandel: Viele mittelständische und inhabergeführte Handelsunternehmen haben in den letzten fünf Jahren ihre Geschäftstätigkeit beenden müssen oder drastisch reduzieren müssen. Der Sportfachhandel ist dabei besonders betroffen, da dieses Segment früh und intensiv vom Online-Handel durchdrungen wurde. Große Einzelhandelsketten und Discounter mit Sportangeboten konkurrieren ebenfalls um die Kunden. Für kleinere Spezialisten wird es daher zunehmend schwieriger, rentabel zu arbeiten.

Die Schließung der Intersport-Filiale in Cloppenburg ist besonders bemerkenswert, da Intersport als Verbundkette eigentlich einen gewissen Schutz durch Netzwerk-Effekte bieten sollte. Dass auch diese Markenunterstützung nicht ausreichte, zeigt die Tiefe der Marktveränderungen. Einzelne Franchisepartner oder Vertriebspartner können heute schwer gegen die Digitalisierung des Handels ankämpfen, wenn nicht umfassende Modernisierungen durchgeführt werden und neue Geschäftsmodelle etabliert werden.

Die Insolvenzanmeldung war offenbar die logische Konsequenz anhaltender wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Ein Sanierungsversuch war vermutlich nicht erfolgversprechend genug, um weitere Investitionen zu rechtfertigen. Der Insolvenzverwalter wird nun versuchen, noch verwertbare Vermögenswerte zu realisieren. Bestände, Möbel und Ausrüstung werden wahrscheinlich veräußert. Auch die Immobilien oder Mietverträge könnten von Interesse für andere Einzelhändler sein.

Die Gemeinden Cloppenburg und Vechta verlieren mit der Schließung auch Gewerbetreibende aus ihrer Einzelhandelslandschaft. Das Gewerbesteueraufkommen wird sinken, und die Innenstädte verlieren Frequenzbringer. Allerdings besteht auch Chancenpotenzial: Die frei werdenden Flächen könnten für andere, innovativere Einzelhandelsbetriebe oder Dienstleistungen genutzt werden. Eventuell interessieren sich online-affine Sportanbieter für die Standorte, um Pop-up-Stores oder neue Konzepte zu erproben.

Ab Donnerstag werden die Geschäfte damit Geschichte sein. Die Kunden in Cloppenburg und Vechta werden sich andere Wege für ihren Sportbedarf suchen müssen – ob im Internet oder in anderen Geschäften der Region. Die Mitarbeiter werden sich neue Arbeitsplätze suchen müssen. Und Sport Laschinski wird als Unternehmen in der Region nicht mehr präsent sein. Ein weiteres Kapitel des Wandels im Einzelhandel schließt sich damit in der Region Cloppenburg.

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