Cloppenburger Express
Gesellschaft

Vom Drogensumpf zur Hoffnung: John Lee Hooker jr. schreibt sein Leben auf

Ein ehemaliger Suchtkranker aus Cloppenburg arbeitet an seiner Autobiografie. Seine Geschichte ist ein Zeugnis von Abstieg und Auferstehung – ein Mutmacher für viele Betroffene in der Region.

von Peter

22.10.2026, 12:59·4 Min. Lesezeit·

Foto aus der Region gesucht!

Hast du ein eigenes Foto zu diesem Thema? Melde dich an und reiche es ein.

Kostenlos anmelden & Foto einreichen

John Lee Hooker jr. sitzt in seinem Wohnzimmer in Cloppenburg und blickt auf ein Leben zurück, das ihn an den Abgrund geführt hat. Der Name des Musik-Legendarären, dessen Vater den gleichnamigen Blues-Klassiker prägte, mag zunächst täuschen – doch die Lebensgeschichte des Neu-Cloppenburgers ist ebenso kraftvoll wie die Musik, die den Namen trägt. Heute arbeitet Hooker jr. an etwas, das vor wenigen Jahren noch unmöglich schien: Er schreibt seine Autobiografie auf. Ein Buch, das von Sucht und Rettung erzählt, von tiefsten Abgründen und dem mühsamen Weg zurück ins Leben.

Der Weg hinab begann schleichend. Wie viele andere Menschen rutschte John Lee Hooker jr. in einen Strudel ab, aus dem es nur schwer ein Entkommen gibt. Drogen bestimmten sein Leben, raubten ihm Jahre und hätten ihn fast vollständig zerstört. Der Drogensumpf, wie er selbst seine Zeit nennt, war kein dramatisches Abenteuer, sondern ein grauer, alltäglicher Albtraum. Tage verliefen in Nebel, Nächte in der Hoffnungslosigkeit. Freundschaften zerbrachen, Chancen verstrichen, Träume verblassten. Hooker jr. wurde zu einer statistischen Größe – einer unter vielen, die in diesem System gefangen sind.

Doch es gab einen Punkt, an dem sich alles änderte. Ein Wendepunkt, den viele suchen und nicht finden. Hooker jr. fand ihn – durch Hilfe, durch Willensstärke und vor allem durch die Entscheidung, sich selbst nicht aufzugeben. Der Weg aus der Sucht ist nicht linear. Es sind nicht bloß ein paar Tage oder Wochen der Abstinenz, die zählen. Es ist das tägliche Kämpfen, das Weitermachen, wenn alles in einem schreit, aufzugeben. Hooker jr. kannte diesen Kampf aus eigener Erfahrung – und er gewann ihn.

Heute ist John Lee Hooker jr. clean. Ein einfaches Wort für eine unendlich komplexe Leistung. Er lebt in Cloppenburg, hat sich ein neues Leben aufgebaut und möchte nun seine Geschichte erzählen. Die Autobiografie ist nicht nur ein persönliches Projekt, sondern ein gesellschaftlicher Beitrag. In Zeiten, in denen Suchterkrankungen vielen Menschen beschämend erscheinen, sprechen zu können, offen über die eigenen Abgründe zu berichten – das braucht Mut. Hooker jr. bringt diesen Mut auf.

Seine Geschichte soll anderen Hoffnung geben. Für jeden, der selbst im Drogensumpf steckt oder einen geliebten Menschen dort vermisst, könnte dieses Buch ein Zeichen sein: Es ist möglich, herauszukommen. Es ist hart, es ist schmerzhaft, es erfordert fremde Hilfe und eigenen unerschütterlichen Willen – aber es ist machbar. In der Region Cloppenburg, wie überall in Deutschland, kämpfen tausende Menschen mit Sucht. Manche verlieren diesen Kampf. Dass John Lee Hooker jr. ihn gewinnt und darüber spricht, ist für diese Menschen ein enormer Gewinn.

Die Arbeit an der Autobiografie ist für den Cloppenburger ein Rückblick ohne Verheimlichung. Es geht nicht um ein beschönigtes Märchen vom Aufsteiger, sondern um ehrliche Konfrontation mit der Vergangenheit. Jede Seite, die er schreibt, ist ein Akt der Selbstreflexion und gleichzeitig ein Geschenk an die Leserschaft. Er verrät nicht nur die Abgründe, sondern auch die Momente, in denen Hoffnung aufblitzte, die Menschen, die ihm halfen, die Institutionen, die nicht aufgaben, als er selbst beinahe aufgegeben hätte.

In Cloppenburg und dem umliegenden Landkreis gibt es viele Organisationen und Menschen, die Süchtigen helfen. Beratungsstellen, Therapiegruppen, ambulante Hilfen und stationäre Einrichtungen bilden ein Netzwerk aus Fachleuten und engagierten Personen. Doch auch die beste fachliche Unterstützung kann nur helfen, wenn der Betroffene selbst die Kraft aufbringt, die Hilfe anzunehmen und konsequent an sich zu arbeiten. John Lee Hooker jr. ist ein solcher Mensch – und sein Buch wird ein Denkmal dieser Kraft sein.

Die Veröffentlichung seiner Autobiografie wird vielen Menschen zugute kommen. Angehörigen, die verstehen wollen, was ihre geliebten Menschen durchmachen. Professionellen in Suchthilfe, die ihre Patienten besser verstehen können. Und vor allem: Menschen, die selbst süchtig sind und denken, dass Hoffnung für sie verloren sei. John Lee Hooker jr. wird ihnen zeigen, dass sie unrecht haben. Der Drogensumpf mag tief sein – aber es gibt einen Weg heraus.

In wenigen Jahren ist aus einem Mann, der am Rande der Vernichtung stand, ein Mensch geworden, der sein Leben aktiv gestaltet. Er ist Beweis dafür, dass es möglich ist. Und bald wird jeder in der Region, ja im ganzen Land, diese Geschichte lesen können – geschrieben von jemandem, der sie gelebt hat. Das ist nicht nur seine Geschichte. Es ist eine Geschichte der Hoffnung, die unzählige Menschen brauchen.

Quelle: https://news.google.com/rss/articles/CBMixwFBVV95cUxPbTl3MlpNSlVRQ1lSQ0N0X2UwZVcydnloVmhuNGdqUzctd1RmUkpKWE5zZ09QM2NKMWZPTXpnSVRkdTlodFZZUXlpdFNIYzJUaWY4NGxfZXRxUi1xRXdvZGNYNGNWejlvZVRNWXJDSkF4NnFUTG5FUDZOTC1oLWw2bnlBT3d2X3dRNGt0aTdtR2tsbm5tc3NoclRfb18wdFl1TDhEeDl5UllkbUg1M19aRGF1T0ZYVFIxTHluclNNUXlnTk5jRExj?oc=5&ucbcb=1&hl=de&gl=DE&ceid=DE:de

Kommentare (0)

Sei der Erste, der kommentiert.

Anmelden um zu kommentieren.

Cloppenburger Express

Täglich aktuell aus dem Landkreis Cloppenburg

Alle Nachrichten →