Gesellschaft

Zwei Jahrzehnte Hilfe für Bedürftige: CarLa-Tafel in Friesoythe blickt auf beachtliche Erfolgsgeschichte zurück

Die CarLa-Tafel in Friesoythe feiert ihr 20-jähriges Bestehen. Mit großem Engagement kämpft die Einrichtung täglich gegen Armut und Lebensmittelverschwendung in der Region.

von Peter

07.05.2026, 08:03·4 Min. Lesezeit·

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Friesoythe – Was vor zwei Dekaden als kleine Initiative begann, ist heute zu einer unverzichtbaren Säule der Daseinsvorsorge in Friesoythe geworden. Die CarLa-Tafel feiert in diesen Tagen ihr 20-jähriges Bestehen – zwei Jahrzehnte voller Leidenschaft, Einsatzbereitschaft und konkreter Hilfe für Menschen in Not. Ein Grund, nicht nur zu feiern, sondern auch innezuhalten und die bedeutsame Arbeit dieser Einrichtung in den Fokus zu rücken.

Die Gründung der CarLa-Tafel war Anfang der 2000er Jahre alles andere als selbstverständlich. In einer Zeit, in der das Thema Armut in Deutschland noch sichtbar weniger Aufmerksamkeit erfuhr als heute, erkannten engagierte Bürgerinnen und Bürger vor Ort eine dringende Notwendigkeit: Es brauchte eine Institution, die überschüssige Lebensmittel von Einzelhandelsbetrieben sammelt und diese Menschen zur Verfügung stellt, die sich eine ausreichende Ernährung nicht leisten können. Aus dieser Überzeugung heraus entstand die CarLa-Tafel – ein Name, der zum Programm wurde.

Zwanzig Jahre später hat sich die Situation verschärft. Die Zahl der Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, ist gestiegen. Inflation, stagnierende Löhne und die gestiegenen Lebenshaltungskosten haben dazu geführt, dass mehr und mehr Familien, Alleinerziehende, Rentner und andere vulnerable Gruppen an die Grenzen ihrer finanziellen Möglichkeiten stoßen. Genau hier setzt die Arbeit der CarLa-Tafel an. Täglich sammeln die Mitarbeiter und freiwilligen Helfer Lebensmittel bei Supermärkten, Bäckereien und anderen Betrieben ein, die diese aus wirtschaftlichen Gründen selbst nicht mehr verkaufen können, aber noch einwandfrei sind. Diese Lebensmittel gelangen dann an bedürftige Menschen und Familien, die sie dringend benötigen.

Das Besondere an der CarLa-Tafel ist nicht nur die praktische Versorgung, sondern auch der dahintersteckende Gedanke: Es geht um Würde, nicht um Mildtätigkeit. Jeder Mensch, der zur Tafel kommt, wird mit Respekt behandelt. Die Helfer verstehen ihre Aufgabe nicht als wohlwollende Herabsetzung, sondern als solidarische Unterstützung von Menschen, die in schwierige Situationen geraten sind. Dieses Verständnis prägt die Kultur der Einrichtung seit ihrem Bestehen.

Zur Feier des Jubiläums wird nicht nur nach rückwärts geschaut, sondern auch nach vorne. Denn die Herausforderungen sind groß. Die CarLa-Tafel steht vor vielen Fragen: Wie kann die Versorgung gesichert werden, wenn die Lebenshaltungskosten weiter steigen? Wie können noch mehr Menschen erreicht werden, die stigmatisiert sind und sich schämen, zur Tafel zu gehen? Wie lässt sich die Zusammenarbeit mit lokalen Betrieben intensivieren? Wie kann die Tafel ihre Logistik und ihre Infrastruktur an wachsende Anforderungen anpassen?

Die Arbeit der rund 50 regelmäßigen Ehrenamtlichen, die das Rückgrat der CarLa-Tafel darstellen, ist beeindruckend. Diese Frauen und Männer investieren unzählige Stunden ohne finanzielle Gegenleistung, weil sie an die Wichtigkeit ihrer Aufgabe glauben. Sie fahren Touren zu den Spenderbetrieben, sortieren und lagern Waren, betreuen die Menschen an der Ausgabestelle und kümmern sich um administrative Aufgaben. Ohne dieses Engagement wäre die CarLa-Tafel gar nicht handlungsfähig.

Auch die Stadt Friesoythe und der Landkreis Cloppenburg haben die Bedeutung der Tafel erkannt. Lokale Politiker und Verwaltungsvertreter betonen regelmäßig, dass Tafeln in Deutschland eine wichtige Rolle spielen – nicht weil sie ein Zeichen von Erfolg sind, sondern weil sie eine Lücke füllen, die der Sozialstaat offen lässt. Dass eine Stadt wie Friesoythe eine so gut funktionierende Tafel hat, ist ein Segen für alle Betroffenen.

Die Bilanz von zwei Jahrzehnten ist beachtlich: Tausende von Familien haben von der Hilfe der CarLa-Tafel profitiert. Tonnen von Lebensmitteln, die sonst im Müll gelandet wären, sind an bedürftige Menschen verteilt worden. Netzwerke sind entstanden, soziale Kontakte gepflegt, und vielen Menschen ist mit der materiellenHilfe auch ein Stück Menschenwürde zurückgegeben worden.

Was die Zukunft bringt, ist offen. Sicher ist aber: Die CarLa-Tafel wird weiterhin dort sein, wo sie gebraucht wird. Solange es Menschen gibt, die Hunger leiden oder ihre Grundversorgung nicht sichern können, solange wird es die Notwendigkeit geben, dass Institutionen wie die CarLa-Tafel ihre Arbeit leisten. Dass dies nicht das eigentliche Ziel einer wohlhabenden Gesellschaft sein sollte, ist eine andere Frage. Aber bis zur Lösung dieser größeren sozialpolitischen Probleme bleibt die CarLa-Tafel ein Zeichen der Solidarität und des gegenseitigen Helfens – und das verdient Anerkennung und Unterstützung.

Quelle: https://news.google.com/rss/articles/CBMizgFBVV95cUxQZFExbkQ5MlIwdDdsWkVaZDlwZlZlTEhhSzlad3ByMGI4QzhlZHJUZVVwQTJmWjM4QWp4WjhUTVgtN2l2UlBqSXk2d1pTbEMzNHROcktUTUY3RWtKcnp0VllkN3FERWh2aFN1V0xlcjJ3TDVhT21BQTM3dk92TTRLZnYwMy1mY1hOSmtCYk9tYWVIRDNwNldJM0VtVGIzM2I0ekcwY0N6MEtjMWIyZ0ozVjVxdy1ELVpSZ2VjbTFoc0Z4bmRBVXBtQ3Y1d0prdw?oc=5&ucbcb=1&hl=de&gl=DE&ceid=DE:de

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