Cloppenburger Express

Gesellschaft

Flamme der Hoffnung: Friedenslicht aus Bethlehem erreicht das Kreishaus in Cloppenburg

Das Friedenslicht aus Bethlehem hat auch in diesem Jahr das Kreishaus in Cloppenburg erreicht. Die traditionsreiche Aktion setzt in Zeiten globaler Konflikte ein stilles, aber eindringliches Zeichen für Frieden und Zusammenhalt in der Region.

22.12.2025, 08:00·5 Min. Lesezeit·
Gesellschaft

Quelle: Shutterstock.

Eine kleine Flamme mit großer symbolischer Kraft hat auch in diesem Jahr wieder ihren Weg in den Landkreis Cloppenburg gefunden. Das Friedenslicht aus Bethlehem wurde feierlich im Kreishaus in Empfang genommen – eine Tradition, die seit Jahrzehnten Menschen über konfessionelle und kulturelle Grenzen hinweg verbindet und gerade in Zeiten globaler Konflikte eine besondere Bedeutung entfaltet.

Das Friedenslicht wird alljährlich in der Geburtsgrotte Jesu Christi in Bethlehem entzündet und von dort aus in einer beeindruckenden logistischen Kette quer durch Europa getragen. Von der Geburtskirche im Westjordanland gelangt die Flamme zunächst nach Wien, wo sie in einem ökumenischen Gottesdienst an Pfadfindergruppen und Delegationen aus zahlreichen europäischen Ländern weitergegeben wird. Von dort aus verbreitet sich das Licht über ein dichtes Netzwerk engagierter Ehrenamtlicher, Kirchengemeinden und Jugendverbände bis in die entlegensten Winkel des Kontinents – und eben auch bis in das Kreishaus des Landkreises Cloppenburg.

Die Übergabe des Friedenslichts im Kreishaus ist dabei weit mehr als ein bloß symbolischer Akt. Sie steht für das Bekenntnis einer ganzen Region zu den Werten des friedlichen Zusammenlebens, der Nächstenliebe und der Solidarität. Gerade im ländlich geprägten Oldenburger Münsterland, wo kirchliches und gesellschaftliches Engagement seit jeher eng miteinander verwoben sind, hat das Friedenslicht einen festen Platz im vorweihnachtlichen Kalender. Bürgerinnen und Bürger, Vertreter der Kommunalpolitik sowie ehrenamtlich Engagierte kommen bei diesem Anlass zusammen, um gemeinsam innezuhalten und ein Zeichen für den Frieden zu setzen.

Die Aktion Friedenslicht geht auf eine Initiative des Österreichischen Rundfunks (ORF) zurück, der im Jahr 1986 erstmals ein Kind nach Bethlehem entsandte, um dort das Licht zu entzünden. Was als mediales Projekt begann, entwickelte sich rasch zu einer der größten grenzüberschreitenden Friedensinitiativen Europas. Seit den frühen 1990er-Jahren beteiligen sich auch deutsche Pfadfinderverbände aktiv an der Verteilung des Lichts. Der Ring deutscher Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände (rdp) sowie der Verband Deutscher Altpfadfindergilden (VDAPG) koordinieren hierzulande die Weitergabe und sorgen dafür, dass die Flamme Heiligabend in Kirchen, öffentlichen Einrichtungen, Krankenhäusern und Privathaushalten brennt.

Im Landkreis Cloppenburg engagieren sich traditionell zahlreiche Gruppen und Organisationen für die Verbreitung des Friedenslichts. Pfadfinderinnen und Pfadfinder der Region übernehmen dabei eine Schlüsselrolle: Sie holen das Licht bei zentralen Verteilungsstationen ab und tragen es weiter in die Gemeinden und Ortschaften des Kreisgebiets. Auch die Freiwilligen Feuerwehren, Kirchengemeinden und soziale Einrichtungen beteiligen sich vielerorts an der Weitergabe. So gelangt die Flamme aus der Geburtsgrotte Jesu letztlich in die Wohnzimmer und auf die Adventstische der Familien im südlichen Oldenburger Münsterland.

Die Empfangnahme des Friedenslichts im Kreishaus unterstreicht den hohen Stellenwert, den die Kreisverwaltung dem ehrenamtlichen Engagement und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt beimisst. In einer Zeit, in der bewaffnete Konflikte in der Ukraine, im Nahen Osten und in zahlreichen weiteren Regionen der Welt die täglichen Nachrichten bestimmen, sendet die Flamme aus Bethlehem ein stilles, aber eindringliches Signal: Frieden beginnt im Kleinen, vor der eigenen Haustür, in der eigenen Gemeinschaft. Diese Botschaft ist universell und verliert auch nach Jahrzehnten nichts von ihrer Aktualität.

Das Friedenslicht steht darüber hinaus in einer langen Tradition der Ökumene und des interreligiösen Dialogs. In vielen Gemeinden wird die Flamme nicht nur in katholischen und evangelischen Gotteshäusern entzündet, sondern auch in Moscheen, Synagogen und anderen Orten der Begegnung. Im Landkreis Cloppenburg, der in den vergangenen Jahrzehnten eine zunehmende kulturelle und religiöse Vielfalt erfahren hat, gewinnt dieser Aspekt an besonderer Relevanz. Das Friedenslicht wird so zum verbindenden Element zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, die hier gemeinsam leben und arbeiten.

Für viele Familien im Landkreis gehört es mittlerweile zu den liebgewonnenen Bräuchen der Weihnachtszeit, sich das Friedenslicht in ihre Gemeinde zu holen und es auf dem heimischen Adventskranz oder in einer Laterne auf dem Weihnachtstisch brennen zu lassen. In zahlreichen Kirchen werden eigens Gottesdienste und Andachten rund um die Weitergabe des Lichts gestaltet, die sowohl Kinder als auch Erwachsene ansprechen. Die Flamme wird dabei nicht selten mit persönlichen Friedenswünschen und Gebeten verbunden, was der Tradition eine zutiefst menschliche und emotionale Dimension verleiht.

Die organisatorische Leistung hinter der Aktion verdient besondere Anerkennung. Vom Entzünden in Bethlehem bis zur Ankunft in Cloppenburg legt das Licht Tausende von Kilometern zurück – und das, ohne ein einziges Mal zu erlöschen. Spezielle Grubenlampen und sturmfeste Laternen sorgen dafür, dass die Flamme auf ihrem Weg durch Flugzeuge, Züge und Autos sicher transportiert werden kann. Die Koordination erfordert ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit und Engagement aller Beteiligten, von den Pfadfindern in Wien über die regionalen Verteilungsstellen bis hin zu den lokalen Helfern im Kreisgebiet.

Mit der feierlichen Entgegennahme des Friedenslichts im Kreishaus setzt der Landkreis Cloppenburg auch in diesem Jahr ein klares Zeichen: Die Werte des Friedens, der Verständigung und der Mitmenschlichkeit sind keine abstrakten Ideale, sondern werden hier vor Ort gelebt und gepflegt. Die kleine Flamme aus Bethlehem mag auf den ersten Blick unscheinbar wirken, doch ihre Botschaft ist kraftvoll und zeitlos. Sie erinnert daran, dass jeder Einzelne einen Beitrag zum Frieden leisten kann – im Alltag, in der Nachbarschaft, in der Gemeinschaft. Und so wird das Friedenslicht auch in den kommenden Tagen weiter von Hand zu Hand gereicht werden, bis es Heiligabend in unzähligen Haushalten des Landkreises leuchtet und die Weihnachtsbotschaft in ihrer reinsten Form verkörpert.

Quelle: https://news.google.com/rss/articles/CBMiYEFVX3lxTFAydHBBc0Zsd1h0c0x5eTRpLURLSGRlU3JUdEFzMzVxTG1Rb2JWa3FBOEJnMHI0Sk5yYXBQS3g4ZTEtY3J0OWU3VnQtcnFfeVg5UjhVR0N2WGF3SmU3X0lUTA?oc=5&hl=en-US&gl=US&ceid=US:en

Kommentare (0)

Sei der Erste, der kommentiert.

Anmelden um zu kommentieren.

BreakingImmer aktuell – Nachrichten aus dem Landkreis Cloppenburg
Mehr Nachrichten →