Mit 78 Jahren zum Bachelor: Friesoyther Unternehmer Gert Stuke schließt Studium ab
Ein ungewöhnlicher Weg zur akademischen Anerkennung: Der 78-jährige Gert Stuke aus Friesothe hat an der Universität Vechta seinen Bachelor-Abschluss erworben – ein Beleg für Lebenslust und Wissensdurst im Ruhestandsalter.
von Peter
Symbolbild, KI-generiert.
Es ist eine Geschichte, die Mut macht und zugleich zum Nachdenken anregt. Der Unternehmer Gert Stuke aus Friesothe hat in einem Alter, in dem die meisten Menschen längst ihren Ruhestand genießen, einen akademischen Meilenstein erreicht. Mit 78 Jahren absolvierte der gebürtige Friesoyther seinen Bachelor-Studiengang an der Universität Vechta erfolgreich. Ein Vorhaben, das nicht nur persönliche Zielstrebigkeit demonstriert, sondern auch Fragen aufwirft über Lebenslanges Lernen, berufliche Neubeginn und die eigenen Grenzen, die wir uns selbst setzen.
Wer Gert Stuke kennt, weiß, dass er ein Mann ist, der sich von Konventionen nicht abschrecken lässt. Als Unternehmer hatte er sich bereits beruflich selbstständig gemacht und in der Wirtschaft der Region seinen Platz gefunden. Doch offenbar reichte ihm diese Erfüllung nicht aus. Der Gedanke, sich noch einmal wissenschaftlich und akademisch auszubilden, ließ ihn nicht los. So beschloss er eines Tages, die Schulbank der Universität Vechta zu drücken – eine Entscheidung, die für viele in seinem Alter unvorstellbar erscheinen mag.
Die Universität Vechta ist bekannt dafür, dass sie offen für verschiedenste Studentengruppen ist und lebenslanges Lernen fördert. Insofern war die Immatrikulation eines 78-jährigen Studienanfängers dort nicht völlig ungewöhnlich, doch dennoch bemerkenswert. Das Studium selbst stellte Gert Stuke vor Herausforderungen, die über das rein Fachliche hinausgingen. Es ging um Ausdauer, Konzentration und die Fähigkeit, sich in eine völlig neue Lernumgebung einzufügen, umgeben von Studierenden, die teilweise im Alter seiner Enkel sein könnten.
Das Erreichen des Bachelor-Abschlusses ist für Stuke nicht nur eine persönliche Leistung, sondern auch ein Symbol für etwas Größeres. In einer Gesellschaft, in der Altersbilder oft sehr festgefahren sind und Ruhestand häufig mit dem Ende von Karriere und beruflicher Aktivität gleichgesetzt wird, zeigt der Friesoyther eine andere Perspektive auf. Er beweist, dass Lernen und persönliche Entwicklung keine Altersgrenzen kennen, dass es niemals zu spät ist, neue Fähigkeiten zu erwerben oder sich in ein Gebiet einzuarbeiten, das einen interessiert.
Im Landkreis Cloppenburg, einer Region mit lebendiger Wirtschaftstradition und prägendem Mittelstand, ist so ein Beispiel besonders wertvoll. Die lokale Wirtschaftsgemeinschaft lebt vom Unternehmertum, von Innovation und von Leuten, die bereit sind, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Gert Stukes Weg zum Bachelor zeigt, dass dieser Pioniergeist nicht an das aktive Berufsleben gebunden sein muss, sondern auch im dritten Lebensabschnitt noch lebendig sein kann.
Das Studium an der Universität Vechta hat Stuke offenbar nicht isoliert absolviert. Universitäten sind Orte der Begegnung, des Austausches und der Diskussion. Ein älterer Student bringt eine andere Perspektive mit, hat Lebenserfahrung, kann Inhalte in einen größeren Kontext einordnen. Insofern bereichert eine solche Persönlichkeit auch das Lernumfeld für die jüngeren Kommilitonen – und umgekehrt. Es entsteht ein intergenerationeller Dialog, der in vielen universitären Räumen heute leider zu kurz kommt.
Die Frage stellt sich natürlich: Was treibt einen 78-Jährigen an, sich einem akademischen Studium zu unterziehen? Die Antworten könnten vielfältig sein. Es könnte intellektuelle Neugier sein, der Wunsch, bestimmte Kenntnisse zu vertiefen, oder schlicht die Lust auf eine neue Herausforderung. Vielleicht gibt es auch praktische Gründe – vielleicht wollte Stuke sein Wissen formalisieren, das er sich über Jahrzehnte als Unternehmer angeeignet hat. Oder es ist pure Leidenschaft für sein Studienfach. Unabhängig vom Beweggrund: Das Ergebnis ist beeindruckend.
Die Geschichte des Friesoyther Unternehmers passt in eine Zeit, in der Lebenslanges Lernen immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die demografische Entwicklung in Deutschland führt zu einer älteren Bevölkerung, die gleichzeitig länger aktiv und gesund bleibt. Da ist es nur natürlich, dass der Wunsch nach neuen Aufgaben und geistiger Beschäftigung wächst. Universitäten und andere Bildungseinrichtungen müssen sich darauf einstellen, dass ihre Studierenden künftig heterogener werden – und dass dies eine Bereicherung ist.
Mit seinem Bachelor-Abschluss in der Tasche kann Gert Stuke nun auf eine außergewöhnliche Leistung zurückblicken. Er hat sich selbst bewiesen, dass Altersangaben nur Zahlen sind, dass Ziele nicht an Geburtstagen scheitern müssen und dass es im Leben immer noch neue Kapitel gibt, die es zu schreiben lohnt. Im Landkreis Cloppenburg sollte man stolz auf solche Köpfe und solche Vorbilder sein. Sie zeigen, dass in unserer Region Menschen leben, die nicht nur unternehmerisch denken, sondern auch bereit sind, sich neuen Herausforderungen zu stellen – unabhängig von ihrem Alter.
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